Im Rahmen der Entscheidung für eine private Krankenversicherung für Beamte empfehle ich Ihnen maßgeblich auf 3 Faktoren zu achten:

  1. Das Bedingungswerk
  2. Die betriebswirtschaftliche Situation der Gesellschaft
  3. Die Qualität der Beratung und Betreuung auch über den Vertragsabschluss hinaus

Lassen Sie uns die einzelnen Punkte im Detail anschauen:

  1. Das Bedingungswerk

Mit dem Abschluss einer privaten Krankenversicherung für Beamte, Beamtenanwärter oder Referendare schließen Sie selbstverständlich mit der PKV Ihrer Wahl einen Vertrag. Dessen Grundlage ist das Bedingungswerk. Dieses regelt welche Leistungen der Tarif erbringt bzw. Sie können daraus auch die Leistungslücken des Angebotes ableiten.

Sehr wichtig: Die Krankenversicherungen halten sich streng an die Bedingungswerke, da auf diesen u.a. auch die Kalkulation der Beiträge beruht. Rechnen Sie somit niemals mit Kulanzzahlungen oder weitergehenden Leistungen. Wie jeder Vertrag regelt auch darüber die jeweilige private Krankenversicherung exakt die tariflichen Leistungen.

Eigentlich eine logische und simple Feststellung. Aus diesem Grund ist es so bedeutend, dass Sie sich vor dem Abschluss einer PKV im Detail mit diesem Bedingungswerk auseinandersetzen. Nur auf diese Weise laufen Sie keine Gefahr einen Tarif abzuschließen, der Sie im Krankheitsfall nicht Ihren Vorstellungen entsprechend finanziell schützt.

Die Unterschiede in den Vertragswerken der verschiedenen Tarifangebote für Beamte und Beamtenanwärter am Markt sind gravierend. Oftmals insbesondere in Leistungsbereichen, bei denen es im Falle eines Unfalles oder einer Krankheit zu hohen Kosten kommen kann. Wer denkt beispielsweise zu Beginn der Beamtenlaufbahn darüber nach, wie eine Prothese abgesichert ist? Die Kosten für eine moderne High-Tech Armprothese liegen in der Regel bei 40.000 Euro bis 60.000 Euro.

Niemand beschäftigt sich gerne mit einer solchen Thematik. Auf der anderen Seite: Was passiert, wenn Sie beispielsweise durch einen Unfall eine solche Prothese brauchen und Ihre private Krankenversicherung würde bei einem 50-prozentigen Beihilfeanspruch nur 7.500 Euro leisten bei 40.000 Euro Prothesenkosten. Somit würde nach Leistung der Beihilfe ein Eigenanteil von 12.500 Euro verbleiben.

Dieses Beispiel verdeutlicht, wie wichtig die Details in den Vertragswerken der privaten Krankenversicherungen für Beamte sind. Würde Ihnen in diesem Fall, z.B. durch einen Berater versichern, dass Sie sich im Leistungsfall dennoch keine Sorgen machen müssten, so sollten Sie eine solche Aussage niemals Glauben schenken. Wie bereits beschrieben: Letztlich zählt nur das Vertragswerk und solange Sie keine Vertragsergänzenden Zusagen schriftlich vor dem Abschluss erhalten, ist eine solche mündliche Aussage eines Beraters für Sie wertlos.

Doch nicht nur die Absicherung der Hilfsmittel ist beispielsweise von großer Bedeutung, sondern auch die Leistungen in allen anderen wesentlichen Bereichen sind für Sie wichtig:

  • Ambulante Leistungen
  • Vorsorge
  • Beitragsrückerstattung
  • Arznei- und Verbandsmittel
  • Heilmittel
  • Hilfsmittel
  • Sehhilfen
  • Psychotherapien
  • alternative Heilmedizin / Heilpraktiker
  • Gebührenordnung ambulant
  • Schutzimpfungen
  • stationären Krankenhausaufenthalt
  • stationäre Gebührenordnungen
  • stationäre Psychotherapien
  • Transportkosten
  • Zahnbehandlung
  • Zahnersatz
  • Kieferorthopädie
  • Gebührenordnung Zahn

Eine Zusammenfassung, worauf Sie bei den einzelnen Punkten im Bedingungswerk achten sollten, finden Sie hier.

Entscheidend ist somit, dass Sie klar und detailliert die Vor- und Nachteile der für Sie passenden Tarife benennen und erst dann den Tarif wählen, der exakt zu Ihren individuellen Vorstellungen passt. Lassen Sie sich dabei nicht von äußeren Einflüssen und emotionalen Argumenten leiten. Denken Sie immer daran: Es zählt im Leistungsfall nur das geschriebene Wort im Vertragswerk.

Fortsetzung folgt

5 (100%) 1 vote