Haufige Fragen und Antworten zur privaten Krankenversicherung für Beamte

In diesem Artikel finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zur gesetzlichen und privaten Krankenversicherung für Beamte, Beamtenanwärter und Referendare.

Muss ich mich als Beamter oder Beamtenanwärter privat krankenversichern?

Nein. Sie haben keinerlei Verpflichtung als Beamter oder Beamtenanwärter eine private Krankenversicherung zu wählen. Ebenso können Sie sich als freiwilliges Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse versichern. Allerdings bietet die private Krankenversicherung Beamten zahlreiche Vorteile.

Diese ergeben sich durch die sozialversicherungsrechtliche Sonderstellung von Beamten, die keine Krankenversicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenkasse haben (wie beispielsweise Angestellte mit einem Einkommen bis zur Versicherungspflichtgrenze), sondern unabhängig von der Besoldung immer die Wahlfreiheit zwischen einer gesetzlichen und privaten Krankenversicherung haben.

Private Krankenversicherung Beamte - Fordern Sie hier Ihren Vergleich an !Die gesetzliche Krankenkasse hat im Großteil der Bundesländer und bei Bundesbeamten allerdings den Nachteil, dass Beamte den vollen Beitrag GKV-Beitrag leisten müssen. Das heißt, bei einem Verbleib in der gesetzlichen Krankenkasse beteiligt sich der Dienstherr nicht an den Kosten der gesetzlichen Krankenkasse. Diese müssen vom Beamten komplett aus der eigenen Tasche getragen werden. Ausnahme gibt es lediglich derzeit in 5 Bundesländern: Thüringen, Brandenburg, Berlin, Hamburg und Bremen im Rahmen der sogenannten pauschalen Beihilfe.

Entscheiden Sie sich als Beamter, Beamtenanwärter oder Referendar für eine private Krankenversicherung, so stellt diese lediglich eine Restkostenabsicherung zur Beihilfe dar. Die Beihilfe wird durch Ihren Dienstherrn gewährt und liegt bei mindestens bei 50 Prozent. Dieser Anteil der Beihilfe kann je nach Beihilfeverordnung des Landes oder Bundes für den Beamten auf bis zu maximal 70 Prozent steigen. Nur der verbleibende Teil muss über eine PKV für Beamte versichert werden.

Dadurch ergibt sich zumeist ein deutlicher finanzieller Vorteil gegenüber der Absicherung in einer gesetzlichen Krankenkasse, da diese den Vollbeitrag verlangt. Doch auch in den fünf Bundesländern mit der pauschalen Beihilfe (50 Prozent Zuschuss durch den Dienstherrn ebenfalls über der gesetzlichen Krankenkasse) kann der Beitrag einer privaten Krankenversicherung für Beamte günstiger sein gegenüber der GKV. Dies hängt sehr stark von der Höhe der Besoldung ab.

Eine pauschale Aussage, ob eine gesetzliche oder eine private Krankenversicherung für einen Beamten besser ist, lässt sich allerdings niemals treffen, ohne die individuelle Situation zu bewerten. Aus diesem Grunde ist es sehr empfehlenswert einen unabhängigen Krankenversicherungsvergleich anzufordern. Wir erstellen Ihnen diesen gerne kostenfrei und unverbindlich.

Ausführliche Informationen zu dieser Frage finden Sie hier: Muss ich mich als Beamter privat krankenversichern?

Was kostet eine private Krankenversicherung für Beamte?

Diese Fragen lässt sich nicht pauschal beantworten, sondern hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die wesentlichen sind Ihr Einstiegsalter, Ihr Gesundheitszustand und Ihr Beihilfesatz. Hinzu kommen noch die unterschiedlichen Beiträge der verschiedenen Anbieter. Beamtenanwärter erhalten zudem bei den meisten Privatversicherungen zudem noch vergünstigte Anwärterkonditionen.

Hier einige Beispiele in Bezug auf die Beitragshöhe einer privaten Krankenversicherung für Beamte:

Eine 25-jährige Lehrerin (Beamtin auf Probe) entscheidet sich für eine private Krankenversicherung.

folgt

Natürlich kann es durch bestimmte Vorerkrankungen auch zu Mehrbeiträgen kommen. Durch einen individuellen Vergleich der privaten Krankenversicherung können Sie feststellen, welche Kosten auf Sie zukommen.

 

Erhalten Beamtenanwärter und Referendare vergünstigte Konditionen in der privaten Krankenversicherung?

Die meisten Krankenversicherungsgesellschaften bieten spezielle Tarife für Beamte auf Widerruf (Beamtenanwärter und Referendare an).  Die Leistungen entsprechen in aller Regel grundlegend denen des Volltarifes für Beamte auf Probe und Lebenszeit der jeweiligen Gesellschaft, allerdings werden die Anwärtertarife zu deutlich vergünstigten Monatsbeitragen angeboten. Dies ist auch sinnvoll, da Beamtenanwärter natürlich während der Zeit als Beamte auf Widerruf auch geringer besoldet werden – also weniger Geld verdienen.

Diese vergünstigten Konditionen werden Beamtenanwärtern bei zahlreichen Gesellschaften inzwischen bis zum Erreichen des 39. Geburtstages (in Ausnahmefällen bei bestimmten Gesellschaften bis zum 40. Geburtstag) gewährt. Ab diesem Zeitpunkt erfolgt dann allerdings die Umstellung in den Volltarif für Beamte und die Anwärtervergünstigungen entfallen. Diese entfallen selbstverständlich ebenfalls generell, wenn Sie kein Beamtenanwärtermehr sind, unabhängig von Ihrem Alter.

Ein Beispiel:

Ein 24-jähriger Beamtenanwärter oder Referendar startet seine Anwärterzeit im Bundesland Bayern. Sein Beihilfesatz liegt bei 50 Prozent. Eine private Krankenversicherung für Beamtenanwärter kann er ab 72 Euro monatlich ohne Selbstbeteiligung und mit stationären Wahlleistungen abschließen (Voraussetzung: keine „Vorerkrankungen).

Würde sich der Beamtenanwärter für eine gesetzliche Krankenversicherung entscheiden, errechnen sich die Beiträge nach seiner Besoldung (Einkommen). Angenommen es handelt sich im Bundesland Bayern um eine A10-Anwärterstelle, so erhält der Beamte auf Widerruf ca. 1.363 Euro monatlich. Auf dieses Einkommen wird in der GKV eine Krankenkassenbeitrag in Höhe von 18,5 Prozent (15,2% GKV-Beitrag inkl. 1,2% Zusatzbeitrag z.B. TK und 3,3% Pflegeversicherung) fällig. Somit liegt der Monatsbeitrag in der gesetzlichen Krankenkasse für diesen Beamtenanwärter bei rund 252 Euro im Monat.

Die Ersparnis bei der Wahl einer privaten Krankenversicherung gegenüber einer gesetzlichen Krankenkasse liegt in unserem Beispiel somit bei 180 Euro im Monat.

Wie geht es mit der privaten Krankenversicherung nach der Anwärterzeit weiter?

Viele Beamtenanwärter und Lehramtsreferendare stellen sich natürlich die Frage, wie es nach der Anwärterzeit mit der privaten Krankenversicherung weitergeht.

Um diese Frage zu beantworten, ist zunächst entscheidend, wie es nach der Anwärterzeit weitergeht. Diesbezüglich gibt es 3 Möglichkeiten:

  1. Sie werden unmittelbar weiter verbeamtet (Beamter auf Probe)
  2. Sie werden zunächst Angestellter (z.B. Angestellter Lehrer als Vertretungskraft)
  3. Es kommt zunächst zu einer Überbrückungszeit, in der Sie ohne Anstellung sind (z.B. Ferienzeit bei Lehrern).

Schauen wir uns die einzelnen Punkte im Detail an:

  1. Sie werden unmittelbar weiter verbeamtet

In diesem Fall können Sie in Ihrer privaten Krankenversicherung bleiben. Dabei entfallen mit der Verbeamtung auf Probe die vergünstigten Anwärterkonditionen und es wird auf den Volltarif für Beamte umgestellt.

Zudem haben Sie zu diesem Zeitpunkt auch die Möglichkeit die Krankenversicherung zu wechseln. Achtung: Bei einem Wechsel ist immer eine komplett neue Gesundheitsprüfung nötig. Sind bei Ärzten oder anderen Behandlern während Ihrer Anwärterzeit bzw. im Abfragezeitraum der Krankenversicherungen Diagnosen gestellt worden, müssen Sie diese bei einem Wechsel angeben. Dadurch kann es im Rahmen eines Wechsels bei der neuen privaten Krankenversicherung zu Mehrbeiträgen in Form von Risikozuschlägen kommen. Zudem sind Sie nach der Anwärterzeit älter und Ihr Einstiegsalter ist ein weiteres wichtiges Kriterium bei einer privaten Krankenversicherung. Überlegen Sie sich immer sehr gut, ob ein Wechsel der privaten Krankenversicherung wirklich sinnvoll ist. Gerade, wenn Ihnen dieser durch einen Berater ein Wechsel dringend empfohlen wird, sollten Sie sich immer Fragen, weshalb dieser Wechsel Ihnen angeraten wird. Macht der Wechsel Sinn oder geht es dem Vertreter darum einen neuen Vertrag zu gewinnen, um daran Geld zu verdienen. Überlegen Sie deshalb sehr genau, ob ein Wechsel in Ihrer Situation wirklich die richtige Entscheidung ist.

  1. Sie werden zunächst Angestellter

Kommt es nach Ihrer Anwärterzeit nicht direkt zu einer Verbeamtung auf Probe, sondern Sie werden zunächst angestellt, ist eine weitere Absicherung in einer Privatversicherung für Beamte nicht möglich. Gerade bei Lehrern kommt es nach dem Referendariat häufig zunächst zu einem Angestelltenverhältnis. In diesem Fall werden Sie in der gesetzlichen Krankenkasse versicherungspflichtig, soweit Ihr Einkommen unter der Versicherungspflichtgrenze liegt (diese beläuft sich auf 64.350 Euro im Jahr 2021).

Erhalten Sie als Lehrer nach dem Lehramtsreferendariat zunächst eine Stelle als Vertretungslehrer, wird Ihr Gehalt sicherlich unterhalb dieser Grenze liegen. Somit müssen Sie für die Zeit im Angestelltenverhältnis in die gesetzliche Krankenkasse zurückkehren. Rechnen Sie kurz- oder langfristig wieder mit Verbeamtung ist es äußerst empfehlenswert die private Krankenversicherung über eine sog. Anwartschaftsversicherung „einzufrieren“. Dadurch sichern Sie gegen einen kleinen monatlichen Beitrag Ihren Gesundheitszustand ab, sodass Sie unmittelbar bei einer erneuten Verbeamtung ohne erneute Gesundheitsprüfung wieder in Ihre private Krankenversicherung einsteigen können.

 

  1. Es kommt zu einer Überbrückungszeit, in der Sie ohne Anstellung sind

Sollten es nach Ihrer Zeit als Beamtenanwärter zunächst zu einer Übergangszeit ohne Anstellung und Verbeamtung kommen, ist Ihre individuelle Situation entscheidend in Bezug auf die weitere Krankenversicherung. Sind Sie ledig und es besteht kein Anspruch mehr auf eine Familienversicherung über die Eltern, müssen Sie in der privaten Krankenversicherung während der Zeit dieser „Arbeitslosigkeit“ bleiben. Da Sie keine Beihilfeanspruch mehr haben, ist eine 100-prozentige Absicherung nötig. Expliziert für Lehrer bieten gute Krankenversicherungsgesellschaften in der Regel einen solchen Übergangstarif für genau diese Zeiten zur Überbrückung an. Dieser ist zumeist günstiger als eine freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse. Wichtig ist allerdings, dass Ihre private Krankenversicherung einen solchen Übergangstarif anbietet (Achtung: Bei den meisten Gesellschaften enden diese Übergangstarife mit dem 39. Geburtstag).

Somit brauchen Sie sich keine Sorgen für die Zeit nach Ihrer Anwärterschaft bzw. Ihrem Referendariat machen. Jedes Szenario ist problemlos lösbar.

 

Was kostet eine gesetzliche Krankenkasse für Beamte?

Wie bereits weiter oben ausgeführt, gibt es hinsichtlich der Kosten der gesetzlichen Krankenkasse für beamte große Unterschiede. In Thüringen, Brandenburg, Berlin, Hamburg und Bremen gibt es die sogenannte pauschale Beihilfe. In diesen Bundesländern beteiligt sich der Dienstherr mit 50 Prozent an den Kosten der gesetzlichen Krankenkasse. In allen Bundesländern und bei Bundesbeamten wird allerdings bei einem Verbleib in der GKV der volle Beitrag für den Beamten fällig.

Beispiel:

Ein Bundesbeamter mit einer A11 Besoldung (Stufe 3) erhält 3.990,79. Der Beitrag zur gesetzlichen Krankenkasse liegt bei insgesamt 15,2 Prozent (inkl. Zusatzbeitrag 1,2 Prozent / Techniker Krankenkasse) zzgl. Pflegepflichtversicherung 3,3 Prozent. Der Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag zur GKV liegt bei diesem Beamten somit bei 738,30 Euro im Monat.

Eine Lehrerin aus Baden-Württemberg wird mit A13 (Stufe 5) besoldet und erhält 4.587,09 Euro. Der Anteil der Kranken- und Pflegeversicherung liegt bei 18,5 Prozent. Der GKV-Beitrag liegt bei 848,61 Euro monatlich.

An diesen Beispielen können Sie erkennen, dass der Beitrag zur gesetzlichen Krankenklasse für Beamte in Bundesländern ohne pauschale Beihilfe enorm hoch ist.

Eine private Krankenversicherung für Beamte ist aufgrund der individuellen Beihilfe für einen Großteil der Beamten in Beitrag und Leistung deutlich attraktiver als die gesetzliche Krankenkasse.

Was bedeutet pauschale Beihilfe?

In fünf Bundesländern gibt es neben dem Angebot der Beihilfe in Verbindung mit einer privaten Krankenversicherung die sogenannte pauschale Beihilfe. Brandenburg, Thüringen, Berlin, Bremen und Hamburg bieten Beamten die Möglichkeit auch bei einem Verbleib in der gesetzlichen Krankenkasse einen 50-prozentigen Kostenanteil zu erhalten. Allerdings werden nur maximal die Kosten bis zur Höchstgrenze der gesetzlichen Krankenkasse übernommen und der Dienstherr beteiligt sich gar nicht an den Kosten der Pflegepflichtversicherung.

Beispiel:

Ein Lehrer mit einer A13-Vollzeitstelle (Stufe 4) erhält in Hamburg eine Besoldung in Höhe von 4.826 Euro im Monat. Der gesamte zu entrichtende Krankenkassenbeitrag würde sich auf 733,55 Euro belaufen. Da dieser Beitrag unter dem Höchstsatz der gesetzlichen Krankenkasse liegt, hat der Beamte in unserem Beispiel den Anspruch auf die vollen 50 Prozent Kostenbeteiligung über die pauschale Beihilfe durch den Dienstherrn. Dieser beteiligt sich somit mit ca. 366 Euro an den GKV-Kosten. Hinzu kommt der Komplettbeitrag der Pflegepflichtversicherung in Höhe von ca. 159 Euro (3,3% der Besoldung). Für die pauschale Beihilfe muss der Lehrer in unserem Beispiel somit monatlich rund 525 Euro zahlen.

Gehen wir davon aus, dass der Lehrer aus unserem Beispiel 28 Jahre alt ist. In einer privaten Krankenversicherung für Beamte wäre eine Absicherung ab 270 Euro im Monat möglich (ohne „Vorerkrankungen“ – mit einem Einbettzimmer und privatärztlicher Behandlung im Krankenhaus).
Trotz der pauschalen Beihilfe spart der Beamte 255 Euro monatlich bei der Wahl einer PKV für Beamte. Zudem sind im Versicherungsumfang der privaten Krankenversicherung die Wahlleistungen (Einbettzimmer mit Chefarzt) im Krankenhaus versichert. Legt der Beamte wert auf diese Leistung, kämen zur gesetzlichen Krankenkasse für eine entsprechende Zusatzversicherung noch weitere Kosten auf den Beamten zu.

Sollte der Lehrer 2 Kinder haben, beläuft sich sein Beihilfeanspruch sogar auf 70 Prozent. In diesem Fall wäre eine Absicherung in einer Privatversicherung unter den gleichen Voraussetzungen, wie bereits im obigen Beispiel genannt, sogar ab 205 Euro möglich sein. Der Beitrag in der gesetzlichen Krankenkasse ändert sich allerdings nicht, da der Höchstsatz der pauschalen Beihilfe bei 50 Prozent liegt. Dadurch steigt die Ersparnis um 320 Euro bei der Wahl der privaten Krankenversicherung für Beamte.

 

Wonach richtet sich die Höhe des Beihilfeanspruchs?

Der Beihilfesatz richtet sich immer nach Ihrer familiären Situation. Ledige haben in allen Bundesländern und bei der Bundesbeihilfe einen Anspruch von 50 Prozent. Dieser erhöht sich ab dem zweiten Kind und im Pensionsalter in den meisten Bundesländern und bei der Bundesbeihilfe auf 70 Prozent. Es gibt allerdings auch Ausnahme: So gibt es in Hessen und Bremen nur eine Erhöhung des Beihilfesatz von 5 Prozent pro Kind. Hier liegt der Beihilfesatz des Beamten mit beispielsweise 2 Kindern somit bei 60 Prozent. Der maximale Beihilfesatz beläuft sich in Hessen und Bremen ebenfalls für Beamte auf 70 Prozent (z.B. ein Beamter mit 4 Kindern). Wichtig: Sie müssen Ihre Kinder nicht privat versichern, um den Anspruch auf den erhöhten Beihilfesatz zu haben. Ausschlaggebend ist der Erhalt des Kinderzuschlages.

In Baden-Württemberg hingegen gilt für Beamte, die nach 31.12. 2012 verbeamtet wurden, ein pauschaler Beihilfesatz von 50 Prozent (unabhängig von der Anzahl der Kinder). Dieser steigert sich auch nicht im Pensionsalter, sondern bleibt unverändert bei 50 Prozent.

Auch Ehepartner können einen Anspruch auf Beihilfe haben. Dieser ist jedoch vom Einkommen des Ehepartners abhängig. Diese Einkommensgrenzen sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich und in den jeweiligen Beihilfeverordnungen festgelegt. Eine Beihilfeberechtigung des Ehepartners ist nicht mit der Möglichkeit des Abschlusses einer privaten Krankenversicherung gleichzusetzen. So kann beim Ehepartner eine Beihilfeanspruch bestehen, jedoch zugleich die Versicherungspflicht in einer gesetzlichen Krankenkasse vorliegen. Besteht beispielsweise ein Angestelltenverhältnis beim Ehepartner über 450 Euro im Monat kommt es zur Versicherungspflicht in der GKV dennoch kann das Jahreseinkommen innerhalb der Beihilfeberechtigung des Landes bzw. Bundes liegen.

In diesem Augenblick kann durch die Ehepartner durch die Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenkasse keine eigene private Krankenversicherung abschließen aber dennoch bei der Beihilfe Kosten von Krankheitskosten geltend machen. Verfügt der Ehepartner über kein eigenes Einkommen oder ein Einkommen aus selbstständiger oder freiberuflicher Arbeit unter den Einkommensgrenzen der jeweiligen Beihilfe ist der Abschluss einer privaten Krankenversicherung für Beamte für den Ehepartner möglich.

Kinder haben einen Beihilfeanspruch in den meisten Bundesländern und bei der Bundesbeihilfe von 80 Prozent. Ausnahmen sind auch hier die Bundesländer Hessen und Bremen. Hier entspricht der Beihilfesatz des Kindes dem des Beamten selbst (hat der Beamte 2 Kinder und somit einen 60-prozentigen Beihilfeanspruch, beläuft sich der Beihilfesatz je Kind ebenfalls auf 60 Prozent).

Welche Gesundheitsangaben sind bei Abschluss einer privaten Krankenversicherung für Beamte wichtig?

Ein wesentlicher Punkt beim Abschluss einer PKV für Beamte ist grundsätzlich der Gesundheitszustand. Durch mögliche „Vorerkrankungen“ können die Gesellschaften Mehrbeiträge in Form von Risikozuschlägen verlangen.

Deshalb ist es sehr wichtig die Gesundheitsangaben im Krankenversicherungsantrag richtig zu beantworten. In diesem Kontext ist die sogenannte „vorvertragliche Anzeigepflicht“ sehr bedeutend. Mit der Antragstellung unterschreiben Sie alle gesundheitlichen Angaben zu machen, die in den ärztlichen Akten vermerkt sind. Das heißt, es ist nicht relevant, welche Diagnosen Ihnen bewusst sind, sondern welche von den Ärzten abgerechnet wurden. Deshalb kann es ratsam sein bei Ihrer bisherigen Krankenkasse oder bei den einzelnen Ärzten einen Auszug aller abgerechneten Behandlungen bzw. einen Auszug aus der Krankenakte anzufordern. Ein solcher Auszug gibt Ihnen die Sicherheit, alle Punkte bei der Antragstellung zu berücksichtigen.

Die wichtigsten Fragen zur Gesundheit der Krankenversicherungsgesellschaften beziehen sich zumeist auf die ärztlichen gestellten Diagnosen in den letzten 3 Jahren im ambulanten Bereich, zudem werden in der Regel stationäre Krankenhausaufenthalte über einen Zeitraum der letzten 5 Jahre abgefragt. Ebenso interessieren sich die Krankenversicherungsgesellschaften für chronische Krankheiten und angeratene Behandlungen, die noch nicht durchgeführt wurden. Dies ist nur ein kurzer Auszug einiger bedeutender Gesundheitsfragen der Gesellschaften. Wichtig ist immer, dass Sie alle Fragen gemäß den Diagnosen in den ärztlichen Unterlagen korrekt beantworten.

Tipp: Da sich die Beiträge der Tarife durch bestimmte Diagnosen erhöhen können, macht es Sinn schon im Vorfeld eines PKV-Abschlusses bei den privaten Krankenversicherungen die Höhe möglicher Risikozuschläge zu erfragen. Dies ist im Zuge eines unabhängigen Krankenversicherungsvergleiches möglich. Ein solchen Vergleich können Sie sich hier kostenfrei anfordern. Dadurch können Sie schon im Vorfeld die für Sie realen Beiträge der verschiedenen Tarife vergleichen.

Durch ein solches Vorgehen können Sie wesentlich einfacher die für Sie richtige Krankenversicherung finden und es kommen nicht nach dem Abschluss bösen Überraschungen in Form von Mehrbeiträgen auf Sie zu.

Kann meine private Krankenversicherung meinen Vertrag kündigen?

Ein einseitiges Kündungsrecht seitens der privaten Krankenversicherung besteht nur im Falle einer vorvertraglichen Anzeigepflichtsverletzung. Sollten Sie die Gesundheitsfragen im Antrag nicht korrekt beantwortet haben, kann die PKV Ihren Vertrag aufheben, soweit Sie Ihnen nachweisen kann, das eine entsprechende “Vorerkrankung” verschwiegen wurde. Deshalb ist es immer äußerst bedeutend alle Gesundheitsangaben sehr genau im Krankenversicherungsantrag anzugeben.

Sollte es im Laufe der Zeit bei Ihnen zu Erkrankungen kommen, darf die PKV Ihren Vertrag niemals aufgrund der dadurch entstehenden Kosten aufheben (solange keine vorvertragliche Anzeigepflichtsverletzung vorliegt).

 

Können sich Lehrer privat krankenversichern?

Um diese Fragen zu beantworten, ist zunächst entscheidend, ob Sie als Lehrer verbeamtet werden oder als Angestellter arbeiten. Verbeamtete Lehrer haben grundsätzlich einen Beihilfeanspruch und können sich dementsprechend auch privat krankenversichern. Angestellte Lehrer sind bis zu einem Einkommen unterhalb der Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenkasse versicherungspflichtig und haben keine Wechselmöglichkeit. Erst bei einem Verdienst oberhalb der Versicherungspflichtgrenze können angestellte Lehrer in eine PKV für Angestellte wechseln.

Durch den Beihilfeanspruch haben verbeamtete Lehramtsanwärter und Lehrer generell die freie Wahl zwischen einer gesetzlichen und privaten Krankenversicherung. Dabei besteht ein Beihilfeanspruch von mindestens 50 Prozent, der je nach der familiären Situation und nach Bundesland sogar noch auf bis zu 70 Prozent steigen kann. Lediglich die verbleibenden Prozente (auf eine 100-prozentige Absicherung) muss über eine Privatversicherung für Beamte abgesichert werden.

Gibt es Kündigungsfristen bei der gesetzlichen Krankenkasse beim Wechsel in eine private Krankenversicherung kündigen?

Dies hängt von Ihrem aktuellen Versicherungsstatus bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse ab. Soweit Sie pflicht- oder familienversichert sind, können Sie unmittelbar zum Tag der Verbeamtung in eine private Krankenversicherung wechseln. In diesem Fall handelt es sich um einen Statuswechsel. Da Beamte sich zwar gesetzlich freiwillig versichern können (als Alternative zur privaten Krankenversicherung), jedoch in der gesetzlichen Krankenversicherung weder eine Pflicht- noch Familienversicherung möglich ist, entfällt diese automatisch mit der Verbeamtung. Eine formale Kündigung ist nicht zwingend nötig, kann jedoch von Ihrer bisherigen gesetzlichen Krankenkasse bei einem Wechsel in eine PKV verlangt werden.

Sehr wichtig ist allerdings, dass Sie bei Ihrer bisherigen gesetzlichen Krankenkasse eine Krankenversicherungsbestätigung Ihrer neuen Privatversicherung und eine Kopie Ihrer Beamtenurkunde hinterlegen. Da Sie in Deutschland eine Krankenversicherung haben müssen, prüft auf diese Weise der bisherige Versicherer, dass Sie auch weiterhin lückenlos im Krankheitsfall abgesichert sind.  Hinterlegen Sie keine neue Versicherungsbestätigung wird Ihr bisheriger Versicherer nach einer Kulanzzeit Sie freiwillig als Beamter gesetzlich weiterversichern. Dadurch kommt es zumeist zu hohen Kosten. Lesen Sie dazu gerne meinen Artikel Beamte in der gesetzlichen Krankenkasse.

Verdienen Sie schon vor der Verbeamtung als Angestellter über der Versicherungspflichtgrenze oder sind selbstständig tätig, besteht bei Ihnen bereits eine freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse. Da Sie auch als Beamte freiwillig in einer GKV versichern sein können, ist in diesem Fall eine Kündigung der gesetzlichen Krankenkasse notwendig, um in eine Privatversicherung zu wechseln.

Die Kündigungsfrist beträgt einen angebrochenen und zwei volle Monate. Kündigen Sie beispielsweise im Juni, tritt die Kündigung zum 31.08. in Kraft (der Juni ist der angebrochene Monat und der Juli und August die zwei vollen Monate), sodass Sie den Wechsel in eine private Krankenversicherung für Beamte zum 01.09. vollziehen können. In diesem Kontext ist es wichtig zu wissen, dass die Kündigung erst wirksam wird mit dem Hinterlegen einer neuen Privatversicherung bei Ihrer GKV. Sollte in unserem obigen Beispiel somit bis zum 31.08. kein Nachweis der neuen PKV bei der GKV hinterlegt worden sein, ist die gesamte Kündigung nichtig und Sie sind weiterhin freiwillig bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse abgesichert. Eine erneute Kündigung unter Berücksichtigung der o.g. Frist ist für einen Wechsel in diesem Fall nötig.

Diese gesetzliche Grundlage kann für Sie allerdings auch ein Vorteil sein. Sind Sie bereits freiwillig gesetzlich krankenversichert und rechnen mit einer Verbeamtung zum Beispiel zum 01.09., so können Sie frühzeitig ohne Risiko Ihre gesetzliche Krankenkasse kündigen. Sollte die Verbeamtung verschoben werden oder Sie konnten sich noch für keine private Krankenversicherung für Beamte entscheiden, hinterlegen Sie bis zum 31.08. einfach keinen neuen Versicherungsnachweis bei Ihrer GKV und somit ist die Kündigung hinfällig.

 

Was bedeutet Beitragsrückerstattung in einer privaten Krankenversicherung für Beamte?

Die Beitragsrückerstattung ist ein erfolgsabhängiger Faktor im Bedingungswerk und ermöglicht, dass Sie einen Teil Ihrer gezahlten Beiträge in einem Kalenderjahr zurückerstattet erhalten, wenn Sie keine Leistungen bei Ihrer Gesellschaft einreichen. Natürlich spart die Krankenversicherungsgesellschaft Zeit und somit auch Geld, wenn Sie keine Kostenerstattungen vornehmen muss. Zum Dank für diese Arbeitserleichterung erfolgt die Rückerstattung eines Anteiles der zuvor gezahlten Beiträge.

Die Beitragsrückerstattung bezieht sich immer auf ein Kalenderjahr (01.01.-31.12.). Für Beamtenanwärter gilt diese auch anteilig bei einem Großteil der privaten Krankenversicherungen anteilig, wenn Sie unterjährig beginnen (z.B. Beginn 01.07. und dann anteilig bis 31.12.). Bei den Tarifen für Beamte auf Probe und Lebenszeit ist dies sehr unterschiedlich. Starten Sie Ihre Beamtenlaufbahn im Laufe eines Kalenderjahres, müssen Sie prüfen, ob Ihre Gesellschaft auch schon im „angebrochenen“ Jahr die Rückerstattung anteilig zahlt oder erst im darauffolgenden vollen Kalenderjahr.

Wie funktioniert die Beitragsrückerstattung in der Praxis?

Nehmen wir an, Sie haben im Kalenderjahr einen Anspruch auf eine Beitragsrückerstattung in Höhe von 500 Euro. Im Frühjahr müssen Sie mit einem grippalen Infekt zum Arzt und erhalten daraufhin eine Rechnung in Höhe von 80 Euro. Bei einem 50-prozentigen Beihilfesatz übernimmt Ihre Beihilfe 40 Euro dieser Arztkosten. Dieser Anteil der Beihilfe fällt bei der Betrachtung der Rückerstattung nicht ins Gewicht. Es geht lediglich um den Anteil Ihrer PKV – also in diesem Beispiel die weiteren 40 Euro.

Würden Sie die 40 Euro jetzt gegenüber Ihrer privaten Krankenversicherung geltend machen, wäre allerdings die gesamte Beitragsrückerstattung in Höhe von 500 Euro verloren. Bei einer Beitragsrückerstattung in Höhe von 500 Euro in unserem Beispiel hätten Sie somit 460 Euro verloren. In diesem Fall macht es somit zunächst für Sie eindeutig mehr Sinn die 40 Euro der Arztrechnung aus der eigenen Tasche zu begleichen und zunächst abzuwarten, welche weiteren Kosten im Laufe des Jahres auf Sie zukommen.

Kommen keine weiteren Erkrankungen und Kosten bis zum 31.12. (Behandlungsdatum) hinzu, erhalten Sie Ihre Rückerstattung in Höhe von 500 Euro. Da Sie nur 40 Euro selbst an ärztlichen Kosten selbst bezahlt haben, hat sich die Beitragsrückerstattung in diesem Jahr für Sie gelohnt.

Ein weiteres Beispiel:

Sollten Sie allerdings das Pech haben und im Dezember des entsprechenden Jahres bei Glatteis ausrutschen und sich das Bein brechen, würden natürlich noch weitere Kosten hinzukommen. Nehmen wir an, die Arzt- und Behandlungsrechnungen dafür belaufen sich auf insgesamt 2.000 Euro. Der private Anteil beträgt bei einem 50-prozentigen Beihilfeanspruch bei 1.000 Euro. Zusammen mit dem grippalen Infekt sind somit jetzt in unserem Beispiel im Kalenderjahr 1.040 Euro an Kosten von der privaten Seite angefallen.  Die Rückerstattungshöhe liegt allerdings lediglich bei 500 Euro für das entsprechende Jahr in unserem Beispiel. Somit macht es jetzt Sinn alle angefallenen Kosten einzureichen und die Erstattung der Rechnungen bei der Krankenversicherung einzuholen.

Sie können somit auf Wunsch immer in Ruhe bis zum Jahresende überlegen, ob Sie Ihre Rechnungen einreichen möchten oder nicht. Soweit schon früh im Kalenderjahr hohe Rechnungsbeträge anfallen und die Höhe der Beitragsrückerstattung überschritten wird, macht es natürlich wenig Sinn bis zum Ende des Kalenderjahres mit der Einreichung zu warten.

Bedingungsgemäß gibt es bei den verschiedenen Tarifangeboten der Gesellschaften hinsichtlich der Vorsorgeaufwendungen unterschiede bei der Beitragsrückerstattung. Zahlreiche Tarife sehen die Vorsorge als nicht „schädlich“ für die Beitragsrückerstattung an. Das heißt, Sie dürfen Ihre Vorsorgerechnungen (z.B. Zahnarzt und Frauenarzt) einreichen, diese werden erstattet und Sie erhalten dennoch Ihre Beitragsrückerstattung. Andere Tarife erkennen auch diese nicht an und zahlen Ihnen die Beitragsrückerstattung nur, wenn gar keine Kosten (auch keine Vorsorge) geltend gemacht wurde. Hier lohnt sich auf jeden Fall der Vergleich zwischen den verschiedenen Angeboten der privaten Krankenversicherungen für Beamte.

Doch ein weiterer Aspekt in Bezug auf die Beitragsrückerstattung ist sehr wichtig: Es handelt sich dabei um eine erfolgsabhängigen Faktor im Bedingungswerk. Das heißt, im Gegensatz zum festgeschriebenen Bedigungswerk kann sich die Höhe der Beitragsrückerstattung jährlich ändern. Aus diesem Grund sollten Sie die Beitragsrückerstattung als attraktiven Faktor ansehen, allerdings empfehle ich Ihnen sich auf die eigentlichen Versicherungsleistungen zu fokusieren, da diese im Gegensatz zur Rückerstattung dauerhaft garantiert sind.

 

Fortsetzung folgt

 

Kann ich meinen Ehepartner auch privat krankenversichern?

Ihren Ehepartner können Sie nur dann auch in einer privaten Krankenversicherung für Beamte versichern, wenn keine Pflichtversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse besteht und zugleich eine Beihilfeberechtigung des Ehepartners vorliegt.

Sind beide Kriterien erfüllt kann der Ehepartner ebenfalls in eine Restkostenabsicherung für Beamte wechseln. Achtung: Eine Familienversicherung (wie in der gesetzlichen Krankenkasse) gibt es bei den Privatversicherungen allerdings nicht. Der Ehegatte muss einen eigenen PKV-Vertrag abschließen.

In den meisten Bundesländern und bei der Bundesbeihilfe besteht dabei für Ehepartner ein Beihilfeanspruch in Höhe von 70 Prozent. Die verbleibenden 30 Prozent muss der Ehepartner über eine Privatversicherung absichern. Ausnahmen in Bezug auf die Höhe des Beihilfeanspruchs gibt es in den Bundesländern Baden-Württemberg (nach 2013), Hessen und Bremen.

Wichtig:
Ein Beihilfeanspruch des Ehepartners bedeutet nicht zwingend, dass auch der Abschluss einer privaten Krankenversicherung möglich ist. Die Absicherung in einer PKV setzt zugleich voraus, dass keine Pflichtversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse möglich ist.

Beispiel:

Der Ehepartner verdient im Angestelltenverhältnis 750 Euro brutto. Damit ist der Ehepartner in der gesetzlichen Krankenkasse versicherungspflichtig, obwohl eine Beihilfeberechtigung (soweit die gesamten Einnahmen in der Grenze für die Beihilfeberechtigung des Landes bzw. Bundes liegen) besteht. Fazit: Es ist keine PKV möglich, dennoch besteht eine Beihilfeberechtigung. Das heißt, der Ehepartner kann gegenüber der Beihilfe bestimmte medizinische Kosten geltend machen, die von der gesetzlichen Krankenkasse nicht übernommen werden.

Handelt es sich allerdings um einen Minijob (also 450 Euro-Job), so besteht keine Sozialversicherungspflicht in der GKV und somit ist bei einer Beihilfeberechtigung auch der Abschluss einer privaten Restkostenversicherung für den Ehepartner möglich.

Dies gilt beispielsweise auch für Ehepartner mit einer selbstständigen oder freiberuflichen Tätigkeit. Liegt der Gewinn unterhalb der Einkommensgrenzen der Beihilfe, ist auch in diesem Fall eine private Krankenversicherung für Beamte für den Ehepartner möglich. Achtung: Steigen die Einkünfte aus der selbstständigen Arbeit allerdings im Laufe der Jahre über die Einkommensgrenzen der Beihilfe ist keine Rückkehr in eine gesetzliche Krankenkasse möglich (solange kein Statuswechsel ins versicherungspflichtige Angestelltenverhältnis vorliegt). Somit muss in diesem Fall der Wechsel in eine private Krankenversicherung für Selbstständige vollzogen werden und über die PKV müssen 100 Prozent der Kosten abgesichert werden, da der Beihilfeanteil entfällt.

 

 

 

Muss ich meine Kinder mit in der privaten Krankenversicherung versichern?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Maßgeblich hängt dies von Ihrer familiären Situation und Ihrer Besoldung ab.

Grundsätzlich gilt:

Sind Sie nicht verheiratet können Sie dauerhaft frei wählen, ob Sie ihr Kind privat krankenversichern oder in der gesetzlichen Familienversicherung beim Partner belassen. Einkommensgrenzen spielen hier keine Rolle. Da Sie nicht verheiratet sind, bleibt Ihnen stets die freie Wahl zwischen der PKV und GKV. Eine Ausnahme gibt es lediglich im Bundesland Hessen. Auf diese werde ich im Verlauf dieses Artikels eingehen.

Sind Sie verheiratet ist sozialversicherungsrechtlich klar festgelegt, unter welchen Voraussetzungen Sie Ihren Nachwuchs privat mitversichern müssen. Eine Pflicht zur privaten Mitversicherung des Kindes gilt unter folgenden Kriterien:

  • Sie verdienen als Beamter oberhalb der Versicherungspflichtgrenze und gleichzeitig
  • mehr als Ihr Ehepartner

Nur, wenn beide Kriterien gleichzeitig zutreffen, müssen Sie das Kind privat krankenversichern. In allen anderen Fällen kann das Kind auch weiterhin in der kostenfreien Familienversicherung bleiben. Unabhängig von beiden Kriterien haben Sie (mit Ausnahme des Bundeslandes Hessen) immer die Möglichkeit das Kind privat mitzuversichern.

Spreche ich davon, dass Sie das Kind, wenn beide Kriterien zutreffen, privat versichert werden muss, ist dies nicht ganz korrekt, da als Alternative auch eine freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse für das Kind möglich wäre. Mit einem Monatsbeitrag von rund 200 Euro ist die freiwillige Mitgliedschaft für Kinder in der GKV allerdings sehr kostspielig.

Von daher macht in diesem Fall nur eine private Krankenversicherung Sinn, zumal der Beihilfeanspruch für Kinder in den meisten Bundesländern 80 Prozent beträgt. Das bedeutet, es müssen für das Kind lediglich 20 Prozent über eine private Krankenversicherung versichert werden. Der Monatsbeitrag bei Kindern liegt marktdurchschnittlich bei rund 45 Euro (dabei sind keine „Vorerkrankungen“ berücksichtigt).

Ausnahmen gibt es lediglich in den Bundesländern Hessen und Bremen. Hier entsprich der Beihilfesatz des Kindes dem des Beamten selbst. Ein Beamter mit einem Kind (Ehefrau nicht beihilfeberechtigt) hat, hat in diesen Ländern einen Beihilfeanspruch von 55 Prozent. Somit müssen auch für das Kind die verbleibenden 45 Prozent über eine PKV versichert werden. In diesem Fall würde die private Krankenversicherung für den Nachwuchs durchschnittlich ca. 80 Euro im Monat kosten. Kommt ein zweites Kind hinzu, steigt der Beihilfesatz auf 60 Prozent und damit sinkt der Monatsbeitrag des Kindes auch durchschnittlich rund 70 Euro im Monat.

Achtung:
Ausschließlich im Bundesland Hessen haben Sie nicht grundsätzlich die freie Wahl zwischen einer privaten oder einer gesetzlichen Krankenversicherung. In Hessen dürfen Beamte Ihre Kinder nur privat versichern, wenn sie durch die sozialversicherungsrechtlichen Kriterien (siehe oben) dazu „gezwungen“ werden. Solange auch eine Familienversicherung in der GKV möglich ist, kann für das Kind in Hessen keine PKV abgeschlossen werden.

Wie beschrieben besteht in allen anderen Bundesländern und auch bei Bundesbeamten so lange die freie Wahl der privaten Krankenversicherung für Kinder, bis die sozialversicherungsrechtlichen Grundlagen dies erfordern. Somit können Sie sich zwischen der freiwilligen Familienversicherung in der GKV entscheiden und der PKV.
Die freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse hat den Vorteil, dass diese kostenfrei ist.

Möchten Sie Ihr Kind unmittelbar nach der Geburt privat versichern, gibt es das sogenannte Recht auf eine Kindernachversicherung. Dies setzt voraus, dass Ihr Krankenversicherungsvertrag  mindestens 3 Monate oder länger besteht. Ist dies der Fall, können Sie Ihr neugeborenes Kind ohne Gesundheitsprüfung bei Ihrer Gesellschaft privat krankenversichern. Das Kind hat einen Anspruch auf den gleichwertigen Versicherungsschutz, den Sie abgeschlossen haben.

 

Worin unterscheiden sich die Leistungen der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung für Beamte?

Die private Krankenversicherung und die gesetzliche Krankenkasse unterscheiden sich nicht nur in monatlichen Beiträgen, sondern auch in den Leistungen.

In der gesetzlichen Krankenkasse gibt es die sogenannten Regelleistungen, die für alle Krankenkassen vorgeschrieben sind. Zusätzlich haben die gesetzlichen Krankenkassen noch die Möglichkeit dieses festgeschriebene Leistungsniveau durch Extraleistungen zu ergänzen. Zu diesen Extraleistungen kann beispielsweise die anteilige Übernahme der Kosten für eine Zahnreinigung zählen oder auch die Zahlungen von beispielsweise einer bestimmten Anzahl von osteopathischen Behandlungen im Jahr.

Fortsetzung folgt

Kann ich eine private Krankenversicherung jederzeit wechseln?

Grundsätzlich können Sie eine private Krankenversicherung für Beamte nach einer zweijährigen Laufzeit jederzeit zum Ende des Kalenderjahres oder Versicherungsjahres (je nach Bedingungswerk) kündigen und zu einer anderen PKV wechseln.

Es ist allerdings in den meisten Fällen nicht empfehlenswert eine private Krankenversicherung zu wechseln. Bei einer privaten Krankenversicherung gibt es zahlreiche Kriterien, die sich bei einem Wechsel äußerst negativ für Sie auswirken können. Ihr Einstiegsalter spielt eine wesentliche Rolle. Zum Zeitpunkt eines Wechsels sind Sie natürlich älter als beim Abschluss Ihrer privaten Krankenversicherung. Zudem ist Ihr Gesundheitszustand maßgeblich. Jede neu hinzugekommene und gestellte Diagnose müssen Sie beim Abschluss einer neuen PKV angeben. Durch einen veränderten Gesundheitszustand kann die neue Krankenversicherung deutlich teurer werden bzw. es kann sogar zu einer kompletten Ablehnung kommen. Ein weiterer bedeutender Punkt sind Ihre Altersrückstellungen. Diese bilden Sie für Ihr Pensionsalter bei jeder privaten Krankenversicherung. Zwar können Sie die Rückstellungen inzwischen gesetzlich festgeschrieben mitnehmen, allerdings wird nur selten darauf hingewiesen, dass Sie einen Großteil Ihrer Altersrückstellungen bei einem Wechsel verlieren und nur den kleineren Anteil übertragen können. Somit fehlt Ihnen ein teil Ihrer Rückstellung im Pensionsalter und es kann dadurch für Sie zu unnötigen und durch den Wechsel vorursachten Beitragssteigerungen im Alter kommen.

Durch diese bedeutenden Punkte macht ein Wechsel einer PKV für Beamte nur in den seltensten Fällen Sinn. Sollte Ihnen von einem Berater ein Wechsel empfohlen werden, fragen Sie sich immer, welchen Nutzen vor allem der Berater durch Ihren Wechsel hat. In der Regel verdient dieser an Ihrem neuen Vertrag Geld.

Aus den oben genannten Gründen macht es in den meisten Fällen keinen Sinn die private Krankenversicherung für Beamte zu wechseln. Bevor Sie aus emotionalen Gründen oder aufgrund der Empfehlung eines Beraters einen solchen Wechsel vornehmen, sollten Sie sehr genau überlegen, ob dieser Wechsel dauerhaft für Sie vorteilhaft ist.

Beispielsweise bei einer Beitragserhöhung kommt es häufig durch die Mehrbeiträge zur Verärgerung und diese wird zum Wechsel einer PKV zum Anlass genommen (zumal in diesem Moment ein Sonderkündigungsrecht besteht). Dabei sollten Sie immer bedenken, dass Beitragsanpassungen bei jeder Gesellschaft unumgänglich sind, beispielsweise durch den medizinischen Fortschritt. Allerdings erhöhen nicht alle Gesellschaften im identischen Jahr. Wechseln Sie somit aufgrund einer Beitragsanpassung, müssen Sie davon ausgehen, dass es auch bei Ihrer neuen Krankenversicherung im Laufe der Jahre zu Beitragssteigerungen kommen wird. Seien Sie deshalb auch vorsichtig mit Statistiken, etc. die Ihnen gezeigt werden. Bei der Betrachtung der Beitragsentwicklung der Vergangenheit ist ein sehr langfristiger Blick nötig und zudem muss die Vergangenheit keinesfalls der zukünftigen Entwicklung entsprechen.

Seien Sie also immer äußerst zurückhaltend in Bezug auf einen Wechsel Ihrer privaten Krankenversicherung. Im Gegensatz zu anderen Versicherungen ist hier Kontinuität sehr bedeutend und wird sich langfristig für Sie auszahlen.

 

Worauf sollten Sie bei einer Beratung in Bezug auf die private Krankenversicherung achten?

Die Wahl des richtigen Ansprechpartners für die Beratung Ihrer privaten Krankenversicherung ist für Sie wichtig. Dies gilt nicht mehr für die Hilfe bei der Entscheidungsfindung der richtigen Krankenversicherung, die optimal zu Ihnen passt, sondern auch für die spätere Betreuung in der Praxis. Worauf gilt es somit in Bezug auf die Beratung  und den Berater der privaten Krankenversicherung für Beamte zu achten?

Zunächst es ist bedeutend, ob Sie Ihr Beratungsgespräch mit einem unabhängigen Versicherungsmakler führen oder mit einem Vertreter einer bestimmten Gesellschaft, der ausschließlich für diese arbeitet. Im letzteren Fall ist es verständlich, dass der Vermittler Ihnen in der Regel nur die Vorteile seiner Gesellschaft hervorheben wird, da er deren Krankenversicherungstarife verkauft (der Mercedes-Händler wird Ihnen vermutlich auch nicht den Kauf eines BMW empfehlen). Dieser Unterschied muss Ihnen bewusst sein.

Doch auch ein unabhängiger Versicherungsmakler garantiert keine kompetente Beratung der verschiedensten Gesellschaften. Achten Sie deshalb unbedingt darauf, dass Ihr Ansprechpartner möglichst auf den Bereich der privaten Krankenversicherung für Beamte spezialisiert ist. Tipp: Schauen Sie auf die Referenzen und Bewertungen in unabhängigen Bewertungsportalen hichtsichtlich des Beraters. Ein guter Berater sollte nachvollziehbare Referenzen vorweisen können und auf unabhängigen Bewertungsportalen präsent sein.

Neben diesen bedeutenden Grundvoraussetzungen sollten Sie sehr auf die Beratungsqualität achten. Aus meiner Erfahrung werden bei Beratungen zur privaten Krankenversicherung für Beamte oftmals emotionale Argumente benutzt, die in Ihnen Skepsis in Bezug auf bestimmte Gesellschaften und Tarife hervorrufen sollen. Deshalb ist es in einem Beratungsgespräch für Sie immer enorm wichtig, sich 100-prozentig auf die Fakten zu fokussieren.

Prüfen Sie unbedingt, ob die vorgebrachten Argumente in den schriftlichen Vertragsbedingungen der Krankenversicherungsgesellschaft nachlesbar sind – also im Vertragswerk. Lassen Sie sich diesen schriftlichen Nachweis stets vom Berater vorlegen, wenn einfach Argumente in den Raum geworfen werden. Dies gilt auch bei der Bewertung von Gesellschaften. Die betriebswirtschaftlichen Daten sind für jeden einsehbar und nachlesbar. Somit sollten Sie sich auch die faktischen Unterschiede anhand der Zahlen zeigen lassen, wenn der Berater diesbezüglich bestimmte Punkte aufgreift.

Dies hat nichts mit Misstrauen zu tun, sondern mit dem Bewusstsein, dass es sich beim Abschluss einer privaten Krankenversicherung um eine Entscheidung für Ihr gesamtes Leben geht. Bei einer solch wichtigen Entscheidung ist es bedeutend die vorgebrachten Argumente sorgfältig zu prüfen.

Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die spätere Betreuung. Meiner Erfahrung nach wird die Bedeutung einer sehr guten späteren Unterstützung im Alltag durch einen kompetenten Berater häufig unterschätzt. Dies ist auch völlig normal, da in der gesetzlichen Krankenkasse eine solche Betreuung nicht nötig ist. Hier geben Sie beim Arzt oder Behandler Ihre Krankenkassenkarte ab und darüber wird daraufhin abgerechnet. Bei der PKV und Beihilfe für Beamte hingegen erhalten Sie die Arztrechnungen nach Hause gesandt, wie bei einer Handwerkerrechnung. Dabei kann es passieren, dass ein Behandler Positionen fehlerhaft abgerechnet hat oder die Versicherungsgesellschaften bestimmte Abrechnungspunkte nicht anerkennt. In diesen Momenten ist es sehr wichtig einen kompetenten und möglich unabhängigen Ansprechpartner zu haben.

Sie werden sich in solchen Fällen zumeist niemals ausschließlich auf die Servicehotline Ihrer Krankenversicherungen verlassen können. Letztlich vertritt die Versicherung auch Ihre Position. Deshalb ist ein engagierter und im Bereich der privaten Krankenversicherung und Beihilfe erfahrener Betreuer so wichtig. Dieser kann sich für Sie einsetzen und beispielsweise zwischen der Arztpraxis und der Versicherung in Ihrem Sinne vermitteln und dafür sorgen, dass Sie als Kunde Ihr Geld erhalten, soweit Sie einen rechtlichen Anspruch darauf haben.

Sie werden sich in solchen Fällen zumeist niemals ausschließlich auf die Servicehotline Ihrer Krankenversicherungen verlassen können. Letztlich vertritt die Versicherung auch Ihre Position. Deshalb ist ein engagierter und im Bereich der privaten Krankenversicherung und Beihilfe erfahrener Betreuer so wichtig. Dieser kann sich für Sie einsetzen und beispielsweise zwischen der Arztpraxis und der Versicherung in Ihrem Sinne vermitteln und dafür sorgen, dass Sie als Kunde Ihr Geld erhalten, soweit Sie einen rechtlichen Anspruch darauf haben. Auch in diesem Punkt zeigen gute Referenzen und unabhängige Bewertungen, ob Ihr Ansprechpartner auch nach dem Abschluss der Krankenversicherung noch engagiert für Sie da ist und über die nötige Fachkompetenz verfügt.

Darf ich als privat krankenversicherter Beamter eine Zahnzusatzversicherung abschließen?

Zusatzversicherungen, wie beispielsweise eine Zahnzusatzversicherung, sind bedingungsgemäß nur für gesetzlich krankenversicherte möglich – zusätzlich zur gesetzlichen Krankenkasse. Als privatversicherter Beamter können Sie eine solche Zusatzversicherung deshalb nicht ergänzend abschließen.

Sollten Sie bereits eine Zahnzusatzversicherung vor dem Einstieg in die Beamten-PKV haben, besteht ein außerordentliches Kündigungsrecht der Zusatzversicherung zum Beginn der Privatversicherung. Um den Zusatzvertrag aufzulösen, senden Sie einfach eine formlose Kündigung an die Gesellschaft und legen Sie den Nachweis Ihrer privaten Krankenversicherung für Beamte mit Beginn Datum bei.

Im Gegensatz zu einer Zahnzusatzversicherung dürfen Sie eine Auslandsreisekrankenversicherung zusätzlich zur PKV für Beamte abschließen.

 

Brauche ich zusätzlich zur PKV für Beamte eine Auslandreisekrankenversicherung?

Diese Frage lässt sich nicht pauschale beantworten, sondern hängt vom Bedingungswerk Ihrer privaten Krankenversicherung für Beamte ab. Unter dem Punkt „Weltgeltung“ finden Sie die Details der Auslandsreiseabsicherung.

Grundsätzlich lässt sich allerdings festhalten, dass die Absicherung bei Krankheiten im Ausland in den Beamten Krankenversicherungen enthalten ist. Dennoch gibt es in den Details dieser Absicherung deutliche Unterschiede.

Beispielsweise haben einige Krankenversicherungen die Rückreise aus dem Ausland nicht im Beihilfeergänzungstarif abgesichert. Da die Beihilfe diese Leistung in der Regel nicht übernimmt, muss der Rücktransport somit zu 100 Prozent durch die Privatversicherung finanziert werden. Dies geschieht in Form der fehlenden Beihilfeleistung dann über sogenannten Beihilfeergänzungstarif. Ist diese Leistung im Beihilfeergänzungstarif allerdings nicht enthalten, würde dementsprechend im Leistungsfall nur der Anteil der PKV bezahlt (beispielsweise 50 Prozent / bei 50 Prozent Beihilfesatz). Da es bei einem Rücktransport per Flugzeug oder Krankenwagen zu sehr hohen Kosten kommen kann, wäre eine solche verminderte Absicherung natürlich finanziell für Sie fatal.

Soweit Sie sichergestellt haben, dass der Rücktransport aus dem Ausland komplett abgesichert ist, gilt es zu prüfen, ob dieser nur im medizinisch notwendigen Fall greift oder als medizinisch sinnvoller Rücktransport aus dem Ausland im Bedingungswerk deklariert ist. Medizinisch notwendiger Rücktransport ist dabei die schlechtere Absicherung, da diese Klausel bedeutet, dass ein Rücktransport nur dann aus dem Ausland bezahlt wird, wenn eine Behandlung vor Ort nicht möglich ist. In allen anderen Fällen muss die Behandlung vor Ort im Ausland erfolgen, bis Sie selbst die Rückreise wieder eigenständig antreten können. Beim medizinischen sinnvollen Rücktransport können Sie sich auf jeden Fall auf Kosten der Versicherung nach Hause fliegen oder fahren lassen, soweit dies medizinisch vertretbar (unabhängig davon ob eine Behandlung vor Ort möglich wäre oder nicht).

Generell möchte ich allerdings empfehlen, das Thema Auslandsreiserankenversicherung in Ihrer privaten Krankenversicherung für Beamte als Nebensächlichkeit zu sehen. Im Gegensatz zu anderen Zusatzversicherungen haben Sie in diesem Bereich nämlich die Möglichkeit eine zusätzliche Auslandsreisekrankenversicherung vor Ihrer Abreise ins Ausland abzuschließen. Diese ist in der Regel für normale Urlaubsaufenthalte äußerst günstig (beispielweise können Sie die ganze Familie für durchschnittlich 20 Euro im Jahr absichern) und bei den guten Auslandsreisekrankenversicherungen ist auch der medizinisch sinnvolle Rücktransport aus dem Ausland voll abgedeckt. Also selbst, wenn Ihre private Krankenversicherung für Beamte in diesem Bereich Schwächen im Bedingungswerk aufweist, können Sie diese gegen einen minimalen Mehrbeitrag im Jahr komplett ausgleichen.

Eine zusätzliche Auslandsreisekrankenversicherung abzuschließen hat noch einen weiteren Vorteil: Sind Sie ehr selten beim Arzt und möchten Ihre Beitragsrückerstattung in der privaten Krankenversicherung für Beamte in Anspruch nehmen, können die Kosten selbst bei einer kleineren Erkrankung im Ausland gleich ungleich höhere ausfallen, als in Deutschland. Bevor diese Kosten dann Ihre Beitragsrückerstattung mindern, besteht die Möglichkeit den Betrag über die Auslandsreisekrankenversicherung abzurechnen, sodass Ihre Privatversicherung leistungsfrei bleibt und somit auch Ihr Anspruch auf die Beitragsrückerstattung nicht verfällt. Aufgrund der niedrigen Kosten für eine Auslandsreisekrankenversicherung sicherlich wirtschaftlich auch ein sehr interessanter Aspekt für alle Beamten und Beamtenanwärter, die Wert auf die Beitragsrückerstattung legen.

Sollten bei Ihnen längere Auslandsaufenthalte anstehen (z.B. wie bei Beamten im Auswärtigen Amt) lassen sich bei manchen Krankenversicherungsgesellschaften auch Sondervereinbaren vertraglich regeln, dass beispielsweise ab dem ersten Tag in der privaten Krankenversicherung der volle Schutz unbegrenzt im Ausland besteht. In diesem Fall sind die eigentlichen Regelungen für Urlaubsaufenthalte im Ausland dann natürlich nicht einschränkend relevant.

 

 

 

 

 

Fortsetzung folgt

 

Haufige Fragen und Antworten zur privaten Krankenversicherung für Beamte
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