Haufige Fragen und Antworten zur privaten Krankenversicherung für Beamte

In diesem Artikel finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zur gesetzlichen und privaten Krankenversicherung für Beamte, Beamtenanwärter und Referendare.

Muss ich mich als Beamter oder Beamtenanwärter privat krankenversichern?

Nein. Sie haben keinerlei Verpflichtung als Beamter oder Beamtenanwärter eine private Krankenversicherung zu wählen. Ebenso können Sie sich als freiwilliges Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse versichern. Allerdings bietet die private Krankenversicherung Beamten zahlreiche Vorteile.

Diese ergeben sich durch die sozialversicherungsrechtliche Sonderstellung von Beamten, die keine Krankenversicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenkasse haben (wie beispielsweise Angestellte mit einem Einkommen bis zur Versicherungspflichtgrenze), sondern unabhängig von der Besoldung immer die Wahlfreiheit zwischen einer gesetzlichen und privaten Krankenversicherung haben.

Die gesetzliche Krankenkasse hat im Großteil der Bundesländer und bei Bundesbeamten allerdings den Nachteil, dass Beamte den vollen Beitrag GKV-Beitrag leisten müssen. Das heißt, bei einem Verbleib in der gesetzlichen Krankenkasse beteiligt sich der Dienstherr nicht an den Kosten der gesetzlichen Krankenkasse. Diese müssen vom Beamten komplett aus der eigenen Tasche getragen werden. Ausnahme gibt es lediglich derzeit in 5 Bundesländern: Thüringen, Brandenburg, Berlin, Hamburg und Bremen.

Entscheiden Sie sich als Beamter, Beamtenanwärter oder Referendar für eine private Krankenversicherung, so stellt diese lediglich eine Restkostenabsicherung zur Beihilfe dar. Die Beihilfe wird durch Ihren Dienstherrn gewährt und liegt bei mindestens bei 50 Prozent. Dieser Anteil der Beihilfe kann steigt je nach Beihilfeverordnung des Landes oder Bundes für den Beamten auf bis zu maximal 70 Prozent. Nur der verbleibende Teil muss über eine PKV für Beamte versichert werden.

Dadurch ergibt sich zumeist ein deutlicher finanzieller Vorteil gegenüber der Absicherung in einer gesetzlichen Krankenkasse, da diese den Vollbeitrag verlangt. Doch auch in den fünf Bundesländern mit der pauschalen Beihilfe (50 Prozent Zuschuss durch den Dienstherrn auch in der gesetzlichen Krankenkasse) kann der Beitrag einer privaten Krankenversicherung für Beamte günstiger sein gegenüber der GKV. Dies hängt sehr stark von der Höhe der Besoldung ab.

Eine pauschale Aussage, ob eine gesetzliche oder eine private Krankenversicherung für einen Beamten besser ist, lässt sich allerdings niemals treffen, ohne die individuelle Situation zu bewerten. Aus diesem Grunde ist es sehr empfehlenswert einen unabhängigen Krankenversicherungsvergleich anzufordern.  Wir erstellen Ihnen diesen gerne kostenfrei und unverbindlich.

Ausführliche Informationen zu dieser Frage finden Sie hier:

Was kostet eine private Krankenversicherung für Beamte?

Diese Fragen lässt sich nicht pauschal beantworten, sondern hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die wesentlichen sind Ihr Einstiegsalter, Ihr Gesundheitszustand und Ihr Beihilfesatz. Hinzu kommen noch die unterschiedlichen Beiträge der verschiedenen Anbieter. Beamtenanwärter erhalten zudem bei den meisten Privatversicherungen zudem noch vergünstigte Anwärterkonditionen.

Hier einige Beispiele in Bezug auf die Beitragshöhe einer privaten Krankenversicherung für Beamte:

Eine 26 Lehrerin

folgt

Natürlich kann es durch bestimmte Vorerkrankungen auch zu Mehrbeiträgen kommen. Durch einen individuellen Vergleich der privaten Krankenversicherung können Sie feststellen, welche Kosten auf Sie zukommen.

 

Erhalten Beamtenanwärter und Referendare vergünstigte Konditionen in der privaten Krankenversicherung?

Die meisten Krankenversicherungsgesellschaften bieten spezielle Tarife für Beamte auf Widerruf (Beamtenanwärter und Referendare an).  Die Leistungen entsprechen in aller Regel grundlegend denen des Volltarifes für Beamte auf Probe und Lebenszeit der jeweiligen Gesellschaft, allerdings werden die Anwärtertarife zu deutlich vergünstigten Monatsbeitragen angeboten. Dies ist auch sinnvoll, da Beamtenanwärter natürlich während der Zeit als Beamte auf Widerruf auch geringer besoldet werden – also weniger Geld verdienen.

Diese vergünstigten Konditionen werden Beamtenanwärtern bei zahlreichen Gesellschaften inzwischen bis zum Erreichen des 39. Geburtstages (in Ausnahmefällen bei bestimmten Gesellschaften bis zum 40. Geburtstag) gewährt. Ab diesem Zeitpunkt erfolgt dann allerdings die Umstellung in den Volltarif für Beamte und die Anwärtervergünstigungen entfallen. Diese entfallen selbstverständlich ebenfalls generell, wenn Sie kein Beamtenanwärtermehr sind, unabhängig von Ihrem Alter.

Ein Beispiel:

Ein 24-jähriger Beamtenanwärter oder Referendar startet seine Anwärterzeit im Bundesland Bayern. Sein Beihilfesatz liegt bei 50 Prozent. Eine private Krankenversicherung für Beamtenanwärter kann er ab 72 Euro monatlich ohne Selbstbeteiligung und mit stationären Wahlleistungen abschließen (Voraussetzung: keine „Vorerkrankungen).

Würde sich der Beamtenanwärter für eine gesetzliche Krankenversicherung entscheiden, errechnen sich die Beiträge nach seiner Besoldung (Einkommen). Angenommen es handelt sich im Bundesland Bayern um eine A10-Anwärterstelle, so erhält der Beamte auf Widerruf ca. 1.363 Euro monatlich. Auf dieses Einkommen wird in der GKV eine Krankenkassenbeitrag in Höhe von 18,5 Prozent (15,2% GKV-Beitrag inkl. 1,2% Zusatzbeitrag z.B. TK und 3,3% Pflegeversicherung) fällig. Somit liegt der Monatsbeitrag in der gesetzlichen Krankenkasse für diesen Beamtenanwärter bei rund 252 Euro im Monat.

Die Ersparnis bei der Wahl einer privaten Krankenversicherung gegenüber einer gesetzlichen Krankenkasse liegt in unserem Beispiel somit bei 180 Euro im Monat.

Wie geht es mit der privaten Krankenversicherung nach der Anwärterzeit weiter?

Viele Beamtenanwärter und Lehramtsreferendare stellen sich natürlich die Frage, wie es nach der Anwärterzeit mit der privaten Krankenversicherung weitergeht.

Um diese Frage zu beantworten, ist zunächst entscheidend, wie es nach der Anwärterzeit weitergeht. Diesbezüglich gibt es 3 Möglichkeiten:

  1. Sie werden unmittelbar weiter verbeamtet (Beamter auf Probe)
  2. Sie werden zunächst Angestellter (z.B. Angestellter Lehrer als Vertretungskraft)
  3. Es kommt zunächst zu einer Überbrückungszeit, in der Sie ohne Anstellung sind (z.B. Ferienzeit bei Lehrern).

Schauen wir uns die einzelnen Punkte im Detail an:

  1. Sie werden unmittelbar weiter verbeamtet

In diesem Fall können Sie in Ihrer privaten Krankenversicherung bleiben. Dabei entfallen mit der Verbeamtung auf Probe die vergünstigten Anwärterkonditionen und es wird auf den Volltarif für Beamte umgestellt.

Zudem haben Sie zu diesem Zeitpunkt auch die Möglichkeit die Krankenversicherung zu wechseln. Achtung: Bei einem Wechsel ist immer eine komplett neue Gesundheitsprüfung nötig. Sind bei Ärzten oder anderen Behandlern während Ihrer Anwärterzeit bzw. im Abfragezeitraum der Krankenversicherungen Diagnosen gestellt worden, müssen Sie diese bei einem Wechsel angeben. Dadurch kann es im Rahmen eines Wechsels bei der neuen privaten Krankenversicherung zu Mehrbeiträgen in Form von Risikozuschlägen kommen. Zudem sind Sie nach der Anwärterzeit älter und Ihr Einstiegsalter ist ein weiteres wichtiges Kriterium bei einer privaten Krankenversicherung. Überlegen Sie sich immer sehr gut, ob ein Wechsel der privaten Krankenversicherung wirklich sinnvoll ist. Gerade, wenn Ihnen dieser durch einen Berater ein Wechsel dringend empfohlen wird, sollten Sie sich immer Fragen, weshalb dieser Wechsel Ihnen angeraten wird. Macht der Wechsel Sinn oder geht es dem Vertreter darum einen neuen Vertrag zu gewinnen, um daran Geld zu verdienen. Überlegen Sie deshalb sehr genau, ob ein Wechsel in Ihrer Situation wirklich die richtige Entscheidung ist.

  1. Sie werden zunächst Angestellter

Kommt es nach Ihrer Anwärterzeit nicht direkt zu einer Verbeamtung auf Probe, sondern Sie werden zunächst angestellt, ist eine weitere Absicherung in einer Privatversicherung für Beamte nicht möglich. Gerade bei Lehrern kommt es nach dem Referendariat häufig zunächst zu einem Angestelltenverhältnis. In diesem Fall werden Sie in der gesetzlichen Krankenkasse versicherungspflichtig, soweit Ihr Einkommen unter der Versicherungspflichtgrenze liegt (diese beläuft sich auf 64.350 Euro im Jahr 2021).

Erhalten Sie als Lehrer nach dem Lehramtsreferendariat zunächst eine Stelle als Vertretungslehrer, wird Ihr Gehalt sicherlich unterhalb dieser Grenze liegen. Somit müssen Sie für die Zeit im Angestelltenverhältnis in die gesetzliche Krankenkasse zurückkehren. Rechnen Sie kurz- oder langfristig wieder mit Verbeamtung ist es äußerst empfehlenswert die private Krankenversicherung über eine sog. Anwartschaftsversicherung „einzufrieren“. Dadurch sichern Sie gegen einen kleinen monatlichen Beitrag Ihren Gesundheitszustand ab, sodass Sie unmittelbar bei einer erneuten Verbeamtung ohne erneute Gesundheitsprüfung wieder in Ihre private Krankenversicherung einsteigen können.

 

  1. Es kommt zu einer Überbrückungszeit, in der Sie ohne Anstellung sind

Sollten es nach Ihrer Zeit als Beamtenanwärter zunächst zu einer Übergangszeit ohne Anstellung und Verbeamtung kommen, ist Ihre individuelle Situation entscheidend in Bezug auf die weitere Krankenversicherung. Sind Sie ledig und es besteht kein Anspruch mehr auf eine Familienversicherung über die Eltern, müssen Sie in der privaten Krankenversicherung während der Zeit dieser „Arbeitslosigkeit“ bleiben. Da Sie keine Beihilfeanspruch mehr haben, ist eine 100-prozentige Absicherung nötig. Expliziert für Lehrer bieten gute Krankenversicherungsgesellschaften in der Regel einen solchen Übergangstarif für genau diese Zeiten zur Überbrückung an. Dieser ist zumeist günstiger als eine freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse.

 

 

Was kostet eine gesetzliche Krankenkasse für Beamte?

Wie bereits weiter oben ausgeführt, gibt es hinsichtlich der Kosten der gesetzlichen Krankenkasse für beamte große Unterschiede. In Thüringen, Brandenburg, Berlin, Hamburg und Bremen gibt es die sogenannte pauschale Beihilfe. In diesen Bundesländern beteiligt sich der Dienstherr mit 50 Prozent an den Kosten der gesetzlichen Krankenkasse. In allen Bundesländern und bei Bundesbeamten wird allerdings bei einem Verbleib in der GKV der volle Beitrag für den Beamten fällig.

Beispiel:

Ein Bundesbeamter mit einer A11 Besoldung (Stufe 3) erhält 3.990,79. Der Beitrag zur gesetzlichen Krankenkasse liegt bei insgesamt 15,2 Prozent (inkl. Zusatzbeitrag 1,2 Prozent / Techniker Krankenkasse) zzgl. Pflegepflichtversicherung 3,3 Prozent. Der Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag zur GKV liegt bei diesem Beamten somit bei 738,30 Euro im Monat.

Eine Lehrerin aus Baden-Württemberg wird mit A13 (Stufe 5) besoldet und erhält 4.587,09 Euro. Der Anteil der Kranken- und Pflegeversicherung liegt bei 18,5 Prozent. Der GKV-Beitrag liegt bei 848,61 Euro monatlich.

An diesen Beispielen können Sie erkennen, dass der Beitrag zur gesetzlichen Krankenklasse für Beamte in Bundesländern ohne pauschale Beihilfe enorm hoch ist.

Was bedeutet pauschale Beihilfe?

In fünf Bundesländern gibt es neben dem Angebot der Beihilfe in Verbindung mit einer privaten Krankenversicherung die sogenannte pauschale Beihilfe. Brandenburg, Thüringen, Berlin, Bremen und Hamburg bieten Beamten die Möglichkeit auch bei einem Verbleib in der gesetzlichen Krankenkasse einen 50-prozentigen Kostenanteil zu erhalten. Allerdings werden nur maximal die Kosten bis zur Höchstgrenze der gesetzlichen Krankenkasse übernommen und der Dienstherr beteiligt sich gar nicht an den Kosten der Pflegepflichtversicherung.

Beispiel:

Ein Lehrer mit einer A13-Vollzeitstelle (Stufe 4) erhält in Hamburg eine Besoldung in Höhe von 4.826 Euro im Monat. Der gesamte zu entrichtende Krankenkassenbeitrag würde sich auf 733,55 Euro belaufen. Da dieser Beitrag unter dem Höchstsatz der gesetzlichen Krankenkasse liegt, hat der Beamte in unserem Beispiel den Anspruch auf die vollen 50 Prozent Kostenbeteiligung über die pauschale Beihilfe durch den Dienstherrn. Dieser beteiligt sich somit mit ca. 366 Euro an den GKV-Kosten. Hinzu kommt der Komplettbeitrag der Pflegepflichtversicherung in Höhe von ca. 159 Euro (3,3% der Besoldung). Für die pauschale Beihilfe muss der Lehrer in unserem Beispiel somit monatlich rund 525 Euro zahlen.

Gehen wir davon aus, dass der Lehrer aus unserem Beispiel 28 Jahre alt ist. In einer privaten Krankenversicherung für Beamte wäre eine Absicherung ab 270 Euro im Monat möglich (ohne „Vorerkrankungen“ – mit einem Einbettzimmer und privatärztlicher Behandlung im Krankenhaus).
Trotz der pauschalen Beihilfe spart der Beamte 255 Euro monatlich bei der Wahl einer PKV für Beamte. Zudem sind im Versicherungsumfang der privaten Krankenversicherung die Wahlleistungen (Einbettzimmer mit Chefarzt) im Krankenhaus versichert. Legt der Beamte wert auf diese Leistung, kämen zur gesetzlichen Krankenkasse für eine entsprechende Zusatzversicherung noch weitere Kosten auf den Beamten zu.

Sollte der Lehrer 2 Kinder haben, beläuft sich sein Beihilfeanspruch sogar auf 70 Prozent. In diesem Fall wäre eine Absicherung in einer Privatversicherung unter den gleichen Voraussetzungen, wie bereits im obigen Beispiel genannt, sogar ab 205 Euro möglich sein. Der Beitrag in der gesetzlichen Krankenkasse ändert sich allerdings nicht, da der Höchstsatz der pauschalen Beihilfe bei 50 Prozent liegt. Dadurch steigt die Ersparnis um 320 Euro bei der Wahl der privaten Krankenversicherung für Beamte.

 

Wonach richtet sich die Höhe des Beihilfeanspruchs?

Der Beihilfesatz richtet sich immer nach Ihrer familiären Situation. Ledige haben in allen Bundesländern und bei der Bundesbeihilfe einen Anspruch von 50 Prozent. Dieser erhöht sich ab dem zweiten Kind und im Pensionsalter in den meisten Bundesländern und bei der Bundesbeihilfe auf 70 Prozent. Es gibt allerdings auch Ausnahme: So gibt es in Hessen und Bremen nur eine Erhöhung des Beihilfesatz von 5 Prozent pro Kind. Hier liegt der Beihilfesatz des Beamten mit beispielsweise 2 Kindern somit bei 60 Prozent. Der maximale Beihilfesatz beläuft sich in Hessen und Bremen ebenfalls für Beamte auf 70 Prozent (z.B. ein Beamter mit 4 Kindern). Wichtig: Sie müssen Ihre Kinder nicht privat versichern, um den Anspruch auf den erhöhten Beihilfesatz zu haben. Ausschlaggebend ist der Erhalt des Kinderzuschlages.

In Baden-Württemberg hingegen gilt für Beamte, die nach 31.12. 2012 verbeamtet wurden, ein pauschaler Beihilfesatz von 50 Prozent (unabhängig von der Anzahl der Kinder). Dieser steigert sich auch nicht im Pensionsalter, sondern bleibt unverändert bei 50 Prozent.

Auch Ehepartner können einen Anspruch auf Beihilfe haben. Dieser ist jedoch vom Einkommen des Ehepartners abhängig. Diese Einkommensgrenzen sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich und in den jeweiligen Beihilfeverordnungen festgelegt. Eine Beihilfeberechtigung des Ehepartners ist nicht mit der Möglichkeit des Abschlusses einer privaten Krankenversicherung gleichzusetzen. So kann beim Ehepartner eine Beihilfeanspruch bestehen, jedoch zugleich die Versicherungspflicht in einer gesetzlichen Krankenkasse vorliegen. Besteht beispielsweise ein Angestelltenverhältnis beim Ehepartner über 450 Euro im Monat kommt es zur Versicherungspflicht in der GKV dennoch kann das Jahreseinkommen innerhalb der Beihilfeberechtigung des Landes bzw. Bundes liegen.

In diesem Augenblick kann durch die Ehepartner durch die Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenkasse keine eigene private Krankenversicherung abschließen aber dennoch bei der Beihilfe Kosten von Krankheitskosten geltend machen. Verfügt der Ehepartner über kein eigenes Einkommen oder ein Einkommen aus selbstständiger oder freiberuflicher Arbeit unter den Einkommensgrenzen der jeweiligen Beihilfe ist der Abschluss einer privaten Krankenversicherung für Beamte für den Ehepartner möglich.

Kinder haben einen Beihilfeanspruch in den meisten Bundesländern und bei der Bundesbeihilfe von 80 Prozent. Ausnahmen sind auch hier die Bundesländer Hessen und Bremen. Hier entspricht der Beihilfesatz des Kindes dem des Beamten selbst (hat der Beamte 2 Kinder und somit einen 60-prozentigen Beihilfeanspruch, beläuft sich der Beihilfesatz je Kind ebenfalls auf 60 Prozent).

Welche Gesundheitsangaben sind bei Abschluss einer privaten Krankenversicherung für Beamte wichtig?

Ein wesentlicher Punkt beim Abschluss einer PKV für Beamte ist grundsätzlich der Gesundheitszustand. Durch mögliche „Vorerkrankungen“ können die Gesellschaften Mehrbeiträge in Form von Risikozuschlägen verlangen.

Deshalb ist es sehr wichtig die Gesundheitsangaben im Krankenversicherungsantrag richtig zu beantworten. In diesem Kontext ist die sogenannte „vorvertragliche Anzeigepflicht“ sehr bedeutend. Mit der Antragstellung unterschreiben Sie alle gesundheitlichen Angaben zu machen, die in den ärztlichen Akten vermerkt sind. Das heißt, es ist nicht relevant, welche Diagnosen Ihnen bewusst sind, sondern welche von den Ärzten abgerechnet wurden. Deshalb kann es ratsam sein bei Ihrer bisherigen Krankenkasse oder bei den einzelnen Ärzten einen Auszug aller abgerechneten Behandlungen bzw. einen Auszug aus der Krankenakte anzufordern. Ein solcher Auszug gibt Ihnen die Sicherheit, alle Punkte bei der Antragstellung zu berücksichtigen.

Die wichtigsten Fragen zur Gesundheit der Krankenversicherungsgesellschaften beziehen sich zumeist auf die ärztlichen gestellten Diagnosen in den letzten 3 Jahren im ambulanten Bereich, zudem werden in der Regel stationäre Krankenhausaufenthalte über einen Zeitraum der letzten 5 Jahre abgefragt. Ebenso interessieren sich die Krankenversicherungsgesellschaften für chronische Krankheiten und angeratene Behandlungen, die noch nicht durchgeführt wurden. Dies ist nur ein kurzer Auszug einiger bedeutender Gesundheitsfragen der Gesellschaften. Wichtig ist immer, dass Sie alle Fragen gemäß den Diagnosen in den ärztlichen Unterlagen korrekt beantworten.

Tipp: Da sich die Beiträge der Tarife durch bestimmte Diagnosen erhöhen können, macht es Sinn schon im Vorfeld eines PKV-Abschlusses bei den privaten Krankenversicherungen die Höhe möglicher Risikozuschläge zu erfragen. Dies ist im Zuge eines unabhängigen Krankenversicherungsvergleiches möglich. Ein solchen Vergleich können Sie sich hier kostenfrei anfordern. Dadurch können Sie schon im Vorfeld die für Sie realen Beiträge der verschiedenen Tarife vergleichen.

Durch ein solches Vorgehen können Sie wesentlich einfacher die für Sie richtige Krankenversicherung finden und es kommen nicht nach dem Abschluss bösen Überraschungen in Form von Mehrbeiträgen auf Sie zu.

 

Können sich Lehrer privat krankenversichern?

Um diese Fragen zu beantworten, ist zunächst entscheidend, ob Sie als Lehrer verbeamtet werden oder als Angestellter arbeiten. Verbeamtete Lehrer haben grundsätzlich einen Beihilfeanspruch und können sich dementsprechend auch privat krankenversichern. Angestellte Lehrer sind bis zu einem Einkommen unterhalb der Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenkasse versicherungspflichtig und haben keine Wechselmöglichkeit. Erst bei einem Verdienst oberhalb der Versicherungspflichtgrenze können angestellte Lehrer in eine PKV für Angestellte wechseln.

Durch den Beihilfeanspruch haben verbeamtete Lehramtsanwärter und Lehrer generell die freie Wahl zwischen einer gesetzlichen und privaten Krankenversicherung. Dabei besteht ein Beihilfeanspruch von mindestens 50 Prozent, der je nach der familiären Situation und nach Bundesland sogar noch auf bis zu 70 Prozent steigen kann. Lediglich die verbleibenden Prozente (auf eine 100-prozentige Absicherung) muss über eine Privatversicherung für Beamte abgesichert werden.

 

Worin unterscheiden sich die Leistungen der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung für Beamte?

Die private Krankenversicherung und die gesetzliche Krankenkasse unterscheiden sich nicht nur in monatlichen Beiträgen, sondern auch in den Leistungen.

In der gesetzlichen Krankenkasse gibt es die sogenannten Regelleistungen, die für alle Krankenkassen vorgeschrieben sind. Zusätzlich haben die gesetzlichen Krankenkassen noch die Möglichkeit dieses festgeschriebene Leistungsniveau durch Extraleistungen zu ergänzen. Zu diesen Extraleistungen kann beispielsweise die anteilige Übernahme der Kosten für eine Zahnreinigung zählen oder auch die Zahlungen von beispielsweise einer bestimmten Anzahl von osteopathischen Behandlungen im Jahr.

Fortsetzung folgt

 

 

Kann ich eine private Krankenversicherung jederzeit wechseln?

Grundsätzlich können Sie eine private Krankenversicherung für Beamte nach einer zweijährigen Laufzeit jederzeit zum Ende des Kalenderjahres oder Versicherungsjahres (je nach Bedingungswerk) kündigen und zu einer anderen PKV wechseln.

Es ist allerdings in den meisten Fällen nicht empfehlenswert eine private Krankenversicherung zu wechseln. Bei einer privaten Krankenversicherung gibt es zahlreiche Kriterien, die sich bei einem Wechsel äußerst negativ für Sie auswirken können. Ihr Einstiegsalter spielt eine wesentliche Rolle. Zum Zeitpunkt eines Wechsels sind Sie natürlich älter als beim Abschluss Ihrer privaten Krankenversicherung. Zudem ist Ihr Gesundheitszustand maßgeblich. Jede neu hinzugekommene und gestellte Diagnose müssen Sie beim Abschluss einer neuen PKV angeben. Durch einen veränderten Gesundheitszustand kann die neue Krankenversicherung deutlich teurer werden bzw. es kann sogar zu einer kompletten Ablehnung kommen. Ein weiterer bedeutender Punkt sind Ihre Altersrückstellungen. Diese bilden Sie für Ihr Pensionsalter bei jeder privaten Krankenversicherung. Zwar können Sie die Rückstellungen inzwischen gesetzlich festgeschrieben mitnehmen, allerdings wird nur selten darauf hingewiesen, dass Sie einen Großteil Ihrer Altersrückstellungen bei einem Wechsel verlieren und nur den kleineren Anteil übertragen können. Somit fehlt Ihnen ein teil Ihrer Rückstellung im Pensionsalter und es kann dadurch für Sie zu unnötigen und durch den Wechsel vorursachten Beitragssteigerungen im Alter kommen.

Durch diese bedeutenden Punkte macht ein Wechsel einer PKV für Beamte nur in den seltensten Fällen Sinn. Sollte Ihnen von einem Berater ein Wechsel empfohlen werden, fragen Sie sich immer, welchen Nutzen vor allem der Berater durch Ihren Wechsel hat. In der Regel verdient dieser an Ihrem neuen Vertrag Geld.

Aus den oben genannten Gründen macht es in den meisten Fällen keinen Sinn die private Krankenversicherung für Beamte zu wechseln. Bevor Sie aus emotionalen Gründen oder aufgrund der Empfehlung eines Beraters einen solchen Wechsel vornehmen, sollten Sie sehr genau überlegen, ob dieser Wechsel dauerhaft für Sie vorteilhaft ist.

Beispielsweise bei einer Beitragserhöhung kommt es häufig durch die Mehrbeiträge zur Verärgerung und diese wird zum Wechsel einer PKV zum Anlass genommen (zumal in diesem Moment ein Sonderkündigungsrecht besteht). Dabei sollten Sie immer bedenken, dass Beitragsanpassungen bei jeder Gesellschaft unumgänglich sind, beispielsweise durch den medizinischen Fortschritt. Allerdings erhöhen nicht alle Gesellschaften im identischen Jahr. Wechseln Sie somit aufgrund einer Beitragsanpassung, müssen Sie davon ausgehen, dass es auch bei Ihrer neuen Krankenversicherung im Laufe der Jahre zu Beitragssteigerungen kommen wird. Seien Sie deshalb auch vorsichtig mit Statistiken, etc. die Ihnen gezeigt werden. Bei der Betrachtung der Beitragsentwicklung der Vergangenheit ist ein sehr langfristiger Blick nötig und zudem muss die Vergangenheit keinesfalls der zukünftigen Entwicklung entsprechen.

Seien Sie also immer äußerst zurückhaltend in Bezug auf einen Wechsel Ihrer privaten Krankenversicherung. Im Gegensatz zu anderen Versicherungen ist hier Kontinuität sehr bedeutend und wird sich langfristig für Sie auszahlen.

 

Worauf sollten Sie bei einer Beratung in Bezug auf die private Krankenversicherung achten?

Die Wahl des richtigen Ansprechpartners für die Beratung Ihrer privaten Krankenversicherung ist für Sie wichtig. Dies gilt nicht mehr für die Hilfe bei der Entscheidungsfindung der richtigen Krankenversicherung, die optimal zu Ihnen passt, sondern auch für die spätere Betreuung in der Praxis. Worauf gilt es somit in Bezug auf die Beratung  und den Berater der privaten Krankenversicherung für Beamte zu achten?

Zunächst es ist bedeutend, ob Sie Ihr Beratungsgespräch mit einem unabhängigen Versicherungsmakler führen oder mit einem Vertreter einer bestimmten Gesellschaft, der ausschließlich für diese arbeitet. Im letzteren Fall ist es verständlich, dass der Vermittler Ihnen in der Regel nur die Vorteile seiner Gesellschaft hervorheben wird, da er deren Krankenversicherungstarife verkauft (der Mercedes-Händler wird Ihnen vermutlich auch nicht den Kauf eines BMW empfehlen). Dieser Unterschied muss Ihnen bewusst sein.

Doch auch ein unabhängiger Versicherungsmakler garantiert keine kompetente Beratung der verschiedensten Gesellschaften. Achten Sie deshalb unbedingt darauf, dass Ihr Ansprechpartner möglichst auf den Bereich der privaten Krankenversicherung für Beamte spezialisiert ist. Tipp: Schauen Sie auf die Referenzen und Bewertungen in unabhängigen Bewertungsportalen hichtsichtlich des Beraters. Ein guter Berater sollte nachvollziehbare Referenzen vorweisen können und auf unabhängigen Bewertungsportalen präsent sein.

Neben diesen bedeutenden Grundvoraussetzungen sollten Sie sehr auf die Beratungsqualität achten. Aus meiner Erfahrung werden bei Beratungen zur privaten Krankenversicherung für Beamte oftmals emotionale Argumente benutzt, die in Ihnen Skepsis in Bezug auf bestimmte Gesellschaften und Tarife hervorrufen sollen. Deshalb ist es in einem Beratungsgespräch für Sie immer enorm wichtig, sich 100-prozentig auf die Fakten zu fokussieren.

Prüfen Sie unbedingt, ob die vorgebrachten Argumente in den schriftlichen Vertragsbedingungen der Krankenversicherungsgesellschaft nachlesbar sind – also im Vertragswerk. Lassen Sie sich diesen schriftlichen Nachweis stets vom Berater vorlegen, wenn einfach Argumente in den Raum geworfen werden. Dies gilt auch bei der Bewertung von Gesellschaften. Die betriebswirtschaftlichen Daten sind für jeden einsehbar und nachlesbar. Somit sollten Sie sich auch die faktischen Unterschiede anhand der Zahlen zeigen lassen, wenn der Berater diesbezüglich bestimmte Punkte aufgreift.

Dies hat nichts mit Misstrauen zu tun, sondern mit dem Bewusstsein, dass es sich beim Abschluss einer privaten Krankenversicherung um eine Entscheidung für Ihr gesamtes Leben geht. Bei einer solch wichtigen Entscheidung ist es bedeutend die vorgebrachten Argumente sorgfältig zu prüfen.

Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die spätere Betreuung. Meiner Erfahrung nach wird die Bedeutung einer sehr guten späteren Unterstützung im Alltag durch einen kompetenten Berater häufig unterschätzt. Dies ist auch völlig normal, da in der gesetzlichen Krankenkasse eine solche Betreuung nicht nötig ist. Hier geben Sie beim Arzt oder Behandler Ihre Krankenkassenkarte ab und darüber wird daraufhin abgerechnet. Bei der PKV und Beihilfe für Beamte hingegen erhalten Sie die Arztrechnungen nach Hause gesandt, wie bei einer Handwerkerrechnung. Dabei kann es passieren, dass ein Behandler Positionen fehlerhaft abgerechnet hat oder die Versicherungsgesellschaften bestimmte Abrechnungspunkte nicht anerkennt. In diesen Momenten ist es sehr wichtig einen kompetenten und möglich unabhängigen Ansprechpartner zu haben.

Sie werden sich in solchen Fällen zumeist niemals ausschließlich auf die Servicehotline Ihrer Krankenversicherungen verlassen können. Letztlich vertritt die Versicherung auch Ihre Position. Deshalb ist ein engagierter und im Bereich der privaten Krankenversicherung und Beihilfe erfahrener Betreuer so wichtig. Dieser kann sich für Sie einsetzen und beispielsweise zwischen der Arztpraxis und der Versicherung in Ihrem Sinne vermitteln und dafür sorgen, dass Sie als Kunde Ihr Geld erhalten, soweit Sie einen rechtlichen Anspruch darauf haben.

Sie werden sich in solchen Fällen zumeist niemals ausschließlich auf die Servicehotline Ihrer Krankenversicherungen verlassen können. Letztlich vertritt die Versicherung auch Ihre Position. Deshalb ist ein engagierter und im Bereich der privaten Krankenversicherung und Beihilfe erfahrener Betreuer so wichtig. Dieser kann sich für Sie einsetzen und beispielsweise zwischen der Arztpraxis und der Versicherung in Ihrem Sinne vermitteln und dafür sorgen, dass Sie als Kunde Ihr Geld erhalten, soweit Sie einen rechtlichen Anspruch darauf haben. Auch in diesem Punkt zeigen gute Referenzen und unabhängige Bewertungen, ob Ihr Ansprechpartner auch nach dem Abschluss der Krankenversicherung noch engagiert für Sie da ist und über die nötige Fachkompetenz verfügt.

 

Fortsetzung folgt

 

Haufige Fragen und Antworten zur privaten Krankenversicherung für Beamte
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