Beamte und Selbstständige verfügen in Thüringen über mehr Geld

In Thüringen sind laut den neusten Angaben des Landesamtes für Statistik die Haushalte, in denen Beamte und Selbstständige jeweils die Hauptverdiener sind, im Vergleich zu anderen Familien finanziell besser gestellt. Das Bruttogeldvermögen von thüringischen Arbeitern liegt im Durchschnitt sogar nur bei der Hälfte.

Beamte mit hohem Geldvermögen und Arbeiter auf Rentner-Niveau

Gemäß den aktuellsten Daten beträgt das durchschnittliche Geldvermögen von Haushalten mit Beamten in Thüringen ohne den Abzug von Steuern ungefähr 64.300 Euro. Derselbe Wert des Landesamtes für Statistik beläuft sich bei den Selbstständigen des Bundeslandes auf rund 65.400 Euro. Haushalte von thüringischen Angestellten erreichen wiederum lediglich ein Bruttogeldvermögen in Höhe von circa 43.200 Euro. Arbeiter liegen in derselben Statistik mit ungefähr 32.200 Euro nur sehr knapp vor den Rentnern, die auf rund 31.100 Euro kommen.

Zweijährige Auswertung von Daten aus dem Jahr 2013

Alle relevanten Informationen hat das Landesamt für Statistik in Thüringen für das Jahr 2013 erfasst und bis 2015 intensiv ausgewertet. Die Erhebung der Werte ist durch die Einkommens- und Verbraucherstichprobe erfolgt. Laut den Statistikern genügen die gesammelten Ergebnisse, um realistische Schätzungen für die insgesamt 1,1 Millionen Haushalte in Thüringen zu erstellen. Zur Gruppe der Beamten wurden neben Kommunal- Landes- und Bundesbeamten auch Geistliche von Kirchen, Richter und Soldaten gezählt.

Keine Berücksichtigung von Sachwerten durch die Statistiker

Das thüringische Landesamt berücksichtigt bei der Berechnung der Zahlen keine Häuser, Wohnungen oder andere Sachwerte. Nur Sparguthaben, Wertpapiere und vergleichbares Vermögen fließen in die Statistiken ein. Bei der Ermittlung der Daten war der Berufsstatus des Hauptverdieners in einem Haushalt in Thüringen entscheidend. Insofern eine Frau im Rahmen einer Beamtenlaufbahn mehr als ihr Mann mit einer Tätigkeit als Angestellter verdient, gilt das Ehepaar dementsprechend als Beamten-Haushalt. Dabei spielt die genaue Höhe des Unterschieds zwischen den Gehältern für das Landesamt für Statistik in Thüringen keine Rolle.

Beamtenbund weist Kritik wegen angeblicher Bevorteilung von Staatsdienern zurück

Wegen des überdurchschnittlichen Vermögens der Beamten und des ungefährdeten Arbeitsverhältnisses haben in der Vergangenheit immer wieder Kritiker die Ansicht vertreten, dass die Staatsdiener zu Unrecht besser gestellt wären. Der Beamtenbund in Thüringen hat diese Kritik aber unter anderem bei den intensiven Verhandlungen über eine Steigerung des Gehalts für Landesbeamte im Jahr 2015 scharf zurückgewiesen. Die Organisation hat zum Beispiel darauf aufmerksam gemacht, dass Beamte zusätzliche Kosten tragen müssen, die Angestellten und Arbeitern erspart bleiben. Dazu zählte der Beamtenbund auch Aufwendungen für die Gesundheitsvorsorge der Staatsdiener.

Thüringer im Osten mit überdurchschnittlichem Vermögen

Das durchschnittliche Bruttogeldvermögen aller Haushalte in Thüringen zusammen liegt laut dem Landesamt für Statistik bei ungefähr 37.000 Euro. Damit übertrifft das Land den Mittelwert im Rest von Ostdeutschland bei Weitem und ist dennoch sehr weit vom entsprechenden Wert in den alten Bundesländern entfernt. Das durchschnittliche Bruttogeldvermögen aller Haushalte auf dem Gebiet der ehemaligen DDR beträgt rund 30.900 Euro. Mit einem Durchschnittswert von 51.100 Euro hebt der Westen den Mittelwert in ganz Deutschland auf 46.800 Euro an. Dementsprechend haben sich in Thüringen 2013 ausschließlich die Beamten und Selbstständigen mit dem Bruttovermögen über dem deutschlandweiten Durchschnitt befunden.