Verbeamtungen als Lösung für den Lehrermangel in Thüringen

Krankenversicherung LehramtsanwärterIn Thüringen gibt es zu wenig Lehrer im Land und auch das Durchschnittsalter dieser sei inzwischen auf über 50 Jahre angestiegen. Bereits seit zehn Jahren hat das Land Thüringen seine Lehrer nicht mehr verbeamtet, da es zu viele Lehrer und zu wenig Arbeitsplätze gab, woraus zahlreiche Teilzeitstellen für Neuangestellte resultierten.

Allerdings ergaben sich im Laufe der Zeit verstärkt Schwierigkeiten, jährlich bis zu 500 neu zu besetzenden Lehrerstellen zu besetzen. Viele junge Absolventen ließen sich nämlich statt in Thüringen lieber in anderen Bundesländern nieder, um dort verbeamtet zu werden. Die rot-rot-grüne Landesregierung in Thüringen möchte dieser Situation nun durch eine Verbeamtung von Lehrern entgegenwirken und dadurch den Beruf auch im Land Thüringen wieder attraktiver gestalten.

Eine Verbeamtung ist in der Tat für viele Lehrer sehr bedeutend, da ein Beamtenstatus eine bessere Altersversorgung und mehr Sicherheit beinhaltet. Der Ministerpräsident Bodo Ramelow aus Thüringen äußert sich wie folgt zu diesem Thema: „Die Frage, ob wir um die Verbeamtung weiter einen Bogen machen können, hat sich für mich erledigt“ und gibt damit ein klares Statement.

Zum Jahreswechsel hat die Bildungsministerin der Linken, Birgit Klaubert, nun verkündet, dass ab Sommer 2017 Lehrer im Land Thüringen wieder verbeamtet werden können. Erste geplante Verbeamtungsversuche haben bereits im Februar 2017 stattgefunden. Der Grund für die bisherige Nichteinhaltung dieses Verbeamtungstermins sei die noch abzuleistende Untersuchung eines Amtsarztes. Die Verbeamtungen sollen jedoch bis zur erneuten Einstellung im neuen Schuljahr stattfinden.

Am 28. Februar kam die Landesregierung zu der endgültigen Entscheidung, dass Lehrerinnen und Lehrer im Freistaat Thüringen ab dem 1. August 2017 wieder verbeamtet werden.

Auch angestellte Lehrer sind betroffen

Die Regierung möchte jedoch nicht nur neue Lehrer als Beamte einstellen, sondern auch bereits angestellte Lehrer bis zu dem Alter von 47 Jahren verbeamten, so ein Sprecher des Bildungsministeriums. Außerdem darf nur derjenige verbeamtet werden, von dem zu erwarten ist, dass er 20 Jahre im Staatsdienst bleiben kann.

Verbeamtung ist keine Problemlösung

Sebastian Dette, der Präsident des Thüringer Landesrechnungshofes, sieht die Verbeamtung nicht als Lösung für das bestehende Problem des Lehrermangels.

Es gäbe noch andere wichtige Faktoren zu beachten. Dazu gehören Faktoren, wie der Erhalt einer unbefristeten Vollzeitstelle oder schlicht der Standort der Schule, die ebenfalls eine entscheidende Rolle spielen. Zudem fordert Dette bessere Arbeitsbedingungen mit weniger Mehrarbeit für die Lehrer.

Was muss bezüglich der Beihilfe beachtet werden?

Gemäß § 72 Thüringer Beamtengesetz haben Beamtinnen und Beamte des Freistaates Thüringen einen Anspruch auf Beihilfe. Die Aufwendungen werden in Abhängigkeit vom Familienstand der Beamtin/ des Beamten erstattet. Die Regelungen zur prozentualen Staffelung sind in § 72 Abs. 4 Thüringer Beamtengesetz (ThürBG) enthalten. Nun bestehen zwei Möglichkeiten für die verbeamtete Person:

a) Der Eintritt in eine private Krankenversicherung

Durch die Tarife der privaten Krankenversicherung kann der Anteil der Beihilfe ergänzt werden. Diese Absicherung der Restkosten ist für Beamte sehr empfehlenswert, da die Kosten zum Teil von dem Dienstherrn übernommen werden.

b) Der Verbleib in der gesetzlichen Krankenversicherung

Sie könne jedoch auch als ein freiwilliges Mitglied in einer gesetzlichen Krankenversicherung verbleiben. Hier muss die Krankenversicherung jedoch komplett vom Arbeitnehmer gezahlt werden.

Fazit:

Mit der Verbeamtung der Lehrer ist damit ein erster wichtiger Schritt getätigt worden, um den Lehrerberuf in Thüringen langfristig attraktiver zu gestalten. Von vielen Seiten wird jedoch gefordert, weitere Maßnahmen zu tätigen, um dem Lehrermangel nachhaltig entgegenzuwirken.