Profitabler Kulturaustausch: Lehrer mit Auslandserfahrung

Berufliche Auslandserfahrung macht sich nicht nur in der persönlichen Vita gut, sondern erweitert zudem den Horizont des Berufstätigen oder Studierenden auf positive Weise. Das betrifft auch den Berufsstand der Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland, was von öffentlicher Seite nachhaltig gefördert wird. Im Fokus der Bundesregierung steht hierbei, dass an Deutschen Auslandsschulen ein interkultureller Dialog entsteht.
Im Ergebnis profitieren alle Seiten gleichermaßen: das Zielland und die dortigen Schülerinnen und Schüler, die dort eingesetzten Lehrkräfte aus Deutschland und sogar unser deutsches Bildungssystem.

 

Grundlagen von Deutschen Auslandsschulen

Unter der Kontrolle des Auswärtigen Amtes koordiniert und berät die in Köln ansässige Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) alle anerkannten Deutschen Auslandsschulen. Weiterhin vermittelt sie fachlich geeignete Lehrkräfte in den dortigen Auslandseinsatz.

In weltweit über 71 Ländern betreut die ZfA mehr als 140 Deutsche Auslandsschulen, die insgesamt ein Volumen von ca. 82.000 Schülerinnen und Schülern besitzen. Geführt werden diese Schulen von privaten Trägervereinen, die in eigenständiger Verantwortung tätig sind.
Der dortige Unterricht entspricht dem von deutschen Lehrplänen und soll nicht nur den im Ausland lebenden deutschen Kindern eine schulische Perspektive geben. Vielmehr nehmen auch immer mehr Kinder des Gastlandes an diesem Schulkonzept teil, um die Sprache und die Kultur der Deutschen besser kennenzulernen. Mittlerweile macht das rund zwei Drittel der Schüler vor Ort aus. Die Lehreinrichtungen werden daher oft als Begegnungsschulen bezeichnet und von den Verantwortlichen in ihrer Entwicklung als positiv erachtet.

 

Chancen für alle Lehrer im Auslandseinsatz

Wo früher die überwiegende Meinung kursierte, dass es nur für Sprachlehrer Sinn macht, Auslandserfahrung zu sammeln, sieht das heute anders aus.
Erwünscht und gefördert werden alle fachlichen Lehrbereiche, was allen Lehrern die Chance eines Auslandseinsatzes ermöglicht.
Sofern Sie sich als Lehrer mit dem Gedanken tragen, solch eine Erfahrung machen zu wollen, führt Sie Ihr erster Weg zu Ihrem Dienstherrn. Dieser muss Ihnen nämlich eine Freigabe erteilen und Ihnen für die Zeit des Auslandsaufenthaltes eine Beurlaubung gewähren.
Im Punkt 2.1.4. der Verwaltungsvereinbarung heißt es dazu:
„Auf Antrag der Lehrkraft gibt der inländische Dienstherr die Lehrkraft für eine Bewerbung in
den Auslandsschuldienst frei, sofern sie sich im inländischen Schuldienst bewährt hat und
keine dienstlichen Gründe entgegenstehen (Freigabe).“
Im nächsten Schritt muss die ZfA involviert werden, die – in Übereinstimmung mit den Ländern – über Ihre Aufnahme in die Bewerberdatei entscheidet. Fällt das Auswahlverfahren zu Ihren Gunsten aus, kann Ihnen eine Deutsche Auslandsschule eine Zusage erteilen, die nochmals von der ZfA abgesegnet wird.
Der bewilligte Auslandseinsatz für Lehrer hat in der Regel eine Dauer von drei Jahren und kann in bestimmten Fällen auf bis zu acht Jahre verlängert werden. Für diese Zeit ruhen Ihre bisherigen Bezüge, da Sie nun aus dem Haushalt des Auswärtigen Amtes Ihre finanziellen Leistungen erhalten.

 

Pro und Contra: Lehramtsstudierende im Auslandssemester

Die Zeit im Studium ist knapp bemessen, weswegen viele Lehramtsstudenten mit der Entscheidung über einen beruflichen Auslandsaufenthalt hadern. Einerseits sehen sie natürlich die enormen Chancen, die beispielsweise ein Praktikum an einer Deutschen Auslandsschule bietet. Andererseits möchten sie den Anschluss an ihr Studium nicht verlieren.
Sollten Sie sich als Lehramtsstudent tatsächlich für einen Einsatz im Ausland entscheiden, sind diese beiden Punkte unbedingt empfehlenswert:
– Starten Sie Ihr Vorhaben nicht in den ersten Semestern Ihres Studiums, denn zu einem späteren Zeitpunkt können Sie Ihre erworbenen Kenntnisse besser vertiefen.
– Vergewissern Sie sich bei der Kultusbehörde, dass die Tätigkeiten bei Ihrem geplanten Auslandseinsatz hinterher auch beruflich anerkannt werden.

Alternativ dazu kann ein zukünftiger Lehrer bereits vor seinem Studium einiges an Auslandserfahrungen sammeln. Entwicklungspolitische Angebote hierfür gibt es über die Projekte „Weltwärts“ und „Kulturweit“.

Viele Lehrer erkennen in einem Einsatz an einer Deutschen Auslandsschule den enormen Chancenreichtum, für deren eigene Weiterentwicklung. Außerdem können so neue Impulse mit zurück in die Heimat gebracht werden, die dem Verbessern unseres Schulsystems unter Umständen dienlich sind. Auch die Begegnung mit anderen Kulturen ist sicherlich eine äußerst wichtige Erfahrung, da an deutschen Schulen immer mehr Migrantenkinder integriert werden müssen.